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Freitag, 29.01.2016

Stadträte begrüßen Flüchtlingsprojekt

Ein Verein möchte ein Zentrum für interkulturelles Leben an der Königsbrücker Straße ausbauen.

Gerade erst gegründet, verfolgt der Verein „Elixir“ gleich ein sehr ambitioniertes Projekt. In der ehemaligen Arbeitsanstalt in der Königsbrücker Straße 117/119 möchte er Flüchtlinge, anerkannte Asylbewerber und Dresdner zusammenbringen, wie die SZ gestern berichtete. Dort soll ein interkulturelles Zentrum mit Wohnungen, Seminarräumen und Café entstehen. Die Kosten von schätzungsweise acht Millionen Euro will der Verein über Fördergelder, Bankkredite und die Gründung einer Genossenschaft, die dort günstig Wohnungen vermietet, zusammenbekommen. Zunächst soll jetzt ein Stadtratsbeschluss zum Bau des Zentrums erwirkt werden. Die Politiker sehen das Projekt zwar grundsätzlich positiv, haben aber auch Zweifel.

An Stadtrat Jens Matthis (Linke) sind die Mitglieder bereits vor Weihnachten herangetreten. „Das ist ein idealistischer Verein und ein tolles Projekt“, sagt er. „Allerdings vermute ich, dass noch viele Verhandlungen mit der Stadt notwendig sind.“ Denn diese besitzt das Grundstück und will es eigentlich meistbietend verkaufen. „Ob sie auf diese Summe verzichtet, ist die Frage“, so Matthis. „Prinzipiell sind es aber solche Ideen, die in Dresden gebraucht werden.“

Das findet auch Torsten Schulze (Grüne). „Die Stadt ist eher konservativ und in sich ruhend“, sagt der Politiker. „Solche Projekte zeigen, dass auch andere Arbeits- und Lebensformen möglich sind.“ Schulze unterstützt „Elixir“ deshalb. Der Verein holte sich bei Schulze bereits Anregungen ein. Denn der Grünen-Politiker hat selbst ein Projekt mit Flüchtlingen und Kreativschaffenden auf die Beine gestellt – im Asylbewerberheim in der Katharinenstraße. Die Beteiligten warten dort allerdings noch auf Fördermittel. „Deswegen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass das mit der Finanzierung nicht immer so einfach ist.“

Vincent Drews (SPD) ist da optimistischer. „Aus meiner Sicht ist das ein begrüßenswerter Vorschlag, gerade bei der Frage der Unterbringung“, sagt er. „Ich denke, dass Integration so gut funktionieren kann. Denn dort wird nicht nur zusammen gewohnt, sondern auch gearbeitet und die Freizeit verbracht.“ Dass das Gebäude immer mehr verfällt, ist ihm sowieso ein Dorn im Auge. „Ich finde es gut, wenn es jetzt wieder einer Nutzung zugeführt wird“, so Drews. „Und ich denke, das Projekt passt sehr gut in die Neustadt.“ (SZ/sag)