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Dienstag, 12.01.2016

Stadt will Projekt Ostra-See prüfen

Die Idee findet Baubürgermeister Schmidt-Lamontain gut. Ob das Naherholungszentrum einer Prüfung standhält, ist offen.

Von Lars Kühl

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Idyllisch könnte sich der Ostra-See mit Blick auf das Messe-Areal in der Flutrinne erstrecken. Noch ist das Projekt eine Vision.
Idyllisch könnte sich der Ostra-See mit Blick auf das Messe-Areal in der Flutrinne erstrecken. Noch ist das Projekt eine Vision.

© Visualisierung: Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Allein die Vorstellung sorgt im kalten Winter für warme Gedanken: Kinder planschen im sauberen Wasser, Spaziergänger flanieren an der Ufer-Promenade entlang und seltene Vögel brüten gut geschützt in einem der Biotope. Diese Vision von einem gestalteten Erholungsgebiet in der Flutrinne im Ostragehege hat der Landschaftsarchitekt Till Rehwald Mitte Dezember erstmals in öffentlicher Runde vorgestellt. Seitdem gab es zahlreiche Reaktionen auf das Projekt „Ostra-See“. Der Tenor ist durchweg positiv, am liebsten wäre vielen Dresdnern, die Umsetzung würde sofort starten.

So einfach ist es allerdings nicht. Neben der Finanzierung müssen zunächst Fragen der Machbarkeit geklärt werden. Einer der wichtigsten Partner wird dabei natürlich die Stadt sein. Doch was denkt die Rathausspitze über den Badesee mitten im Zentrum? An ihn sei noch keiner herangetreten, erklärt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Von der Idee habe er erstmals aus der Presse erfahren.

Im Moment wäre es noch zu früh, eine fachliche Prognose zum Projekt abzugeben. Planungsrechtliche Fragen müssten genauso geklärt werden wie umwelt- und wasserrechtliche. Schließlich ist das Gebiet zwischen Alberthafen und Messegelände seit über 100 Jahren eine wichtige Überflutungsfläche, falls die Elbe Hochwasser führt. „Grundsätzlich ist es immer gut, wenn neue und auch unkonventionelle Ideen eingebracht werden“, sagt Schmidt-Lamontain. „Ob dieses Projekt einer fachlichen Prüfung standhält, wird man sehen müssen.“ Wie solch eine See-Gestaltung bezahlt werden könnte, ist ebenso unklar. Architekt Rehwald hatte ins Gespräch gebracht, den ausgebaggerten Kies zu verkaufen, um die Kosten zu decken.

Dass solche künstlich angelegten Badelandschaften keine Schnapsideen sind, zeigen erfolgreiche Beispiele in anderen Städten, wie Leipzig mit dem Elsterflutbecken oder Wien mit der Neuen Donau.

Der Ostra-See könnte in Dresden den Mangel an geeigneten Badeplätzen beheben. Solch ein Ort, dazu unweit der historischen Stadtmitte, dürfte bei Einwohnern als auch Touristen zum attraktiven Ausflugsziel werden. Kleinere Elbbrücken oder Fähren könnten zudem auch Pieschen und Übigau mit dem rund 47 Hektar großen Naherholungsgebiet verbinden. Die Ergänzung zum Sportpark Ostra wäre ideal.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 32 Kommentare

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  1. MachtDochNichtNurMist

    Die Idee ist idiotisch. 1.) Die Bäder müssen ausgelastet werden. Die Arbeitsplätzer hierfür gehören erhalten! Die aufgewendeten Kosten müssen wieder eingespielt werden! Die Rettungsmöglichkeiten sind in den Bädern viel besser. Solche Seen bedeuten auch über die Zeit gerechnet mehr Tote durch Ertrinken. 2.) Die Seen sind vielfach ökologisch in Sachsen in besonders schlechten Zustand. Die Gefahr der Mikroplaste u.a. Umweltgifte auch aus den Weltkriegen und auch das hohe Schwermetallvorkommen in der dortigen Region sind gefährlich! 3.)Stätten illegaler Giftmüllentsorgung mitten in der Stadt oder zur Beseitigung von Toten würden geschaffen. 4.) Der Entwurf mit der Nazisbrücke sieht doch zum kotzen aus. 5.) Versucht doch wenigstens planvoll Inseln unterschiedlicher Architekturstile zu machen die durch Natur-Safari-parks und Sportstätten verbunden sind! Die Architekten sollen sich auf verschiedene Baustile spezialisieren und eine Kakophonie und Mischmasch verhindern. 6.)mögl. Brennpunkt

  2. D.

    Wer geht bitte freiwillig in restlos überfüllte Bäder, wo man sein eigenes Kind in den Menschenmassen nicht mehr wahrnimmt, abgesehen von dem Ekel, wer und was da alles schwimmt.

  3. Andi69

    Werter "MachtDochNichtNurMist" Kommentator. Sie sind einer von den vielen Verhinderern, die sich anmaßen eine bildende Meinung zu haben. Einen veröffentlichen Zehnzeiler mit guten Gedanken kommentieren Sie mit einer Aneinanderreihung von negativen Dingen. Es ist schade, dass man solchen Menschen wie Sie eine Plattform zum Abgeben eine Stimme gibt. Sie gehören vielleicht zu denen, die hier im Land Stimmung machen und Unfrieden erzeugen. Der Slogan "Wer keine Stimme hat, kann auch nichts sagen" sollte auf Sie zutreffen. Wenn Sie vor Ihren negativen Worten jemals in Dresden gewesen wären, dann wüssten Sie, dass diese Brücke längst steht, dass sie von der Bahn, den Autos, Fußgängern und Radlern genutzt wird. Und sie ist eine auch bei Hochwasser funktionierende Verbindung zu Messe. Also: Bitte infomieren Sie sich, bilden Sie sich und legen Sie Ihre Unbefriedigtheit ab. Sicher sind sie ein Verlierer und ein Grüner. Warum wohl... MfG Andi 69

  4. furchtbar

    Soll das ein Ablenkungsmanöver für die geplanten Bausünden in der Nähe der Frauenkirche sein? Herr Hilbig und die anderen der älteren und noch ältereren "Garde" und seine Konformisten wollen wohl mit Macht dieser Stadt ihren beschissenen Geschmack aufzwingen. Der Anstand gebietet die Beschränkung! Wenn die Architekten wirklich etwas zu leisten vermögen, sind sie in der Lage mit den im Bau befindlichen Projekten und den jüngst abgeschlossenen Projekten einen Markenwert zu schaffen! Das dies vielfach nicht so ist, deutet eben auf Niveaumangel hin! Vielfach dominiert profane Austauschbarkeit. Laßt der Zukunft noch Raum, um es besser zu machen! Eine nachhaltige Strategie würde Stile mit einem dauerhaften Bedarf an Kunsthandwerkern, Grafikern u.ä. preferieren und würde versuchen Cluster für verschiedene Stilliebhaberinnen zu kreieren. Der verordnete Einheitsgeschmack von Neuinvestitionen ist das Gestrige dieser Machtgeneration!

  5. MachtDochNichtNurMist

    @Andi69 Wo wurde denn bisher ein ungutes Projekt verhindert? Ob Protest oder nicht, es spielt doch leider vielfach keine Rolle, was Politik und Abkömmlinge der "Uni-Elite" entscheiden, wird irgendwie umgesetzt. Bei Protest gehen Sie auf die immerhin 6 Punkte gar nicht erst ein, sondern qualifizieren ab und möchten das Stimmrecht der anderen unterbinden. Den eigenen Totalitarismus identifzieren sie dabei nicht! Schauen Sie gefälligst in Ihren eigenen Spiegel! Ich bin in Dresden schon sehr häufig gewesen und habe durchaus in vielfacher Form dazu Bezug. Ihre Unterstellungen sind genauso falsch, wie ihr Demokratieverständnis! Ich kenne aber sicherlich nicht jede Ecke von DD. Durch die CAD-Darstellung der Brücke wurde der Eindruck erweckt, dass diese Brücke noch nicht existiert. An der ästhetischen Grundaussage ändert sich nichts. Safariparks würden Arbeit schaffen und Arten retten. Der Raum würde zur Arbeitsstätte-auch für gering-und hochqualifiziertes Personal. Das ist wichtig!

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