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Sonntag, 23.12.2012

Stadt plant mehr Tagesmütter als die Eltern wollen

Priorität hat bei Eltern oft ein Krippenplatz. Dresden setzt aber auf Tagespflege – eine Geldfrage.

Von Franziska Schneider

Die kleine Gruppenstruktur von maximal fünf Kindern und die besonders individuelle Betreuung spricht für viele Eltern für den Einsatz von Tagesmüttern und -vätern. Laut aktueller Elternbefragung wünschen sich auch, abhängig vom Alter der Kinder, 10 bis 16 Prozent der Familien diese Form der Betreuung – statt eines Kitaplatzes. Die Stadt möchte diese Quote hier allerdings auf 20 Prozent ausbauen.

In Dresden gibt es derzeit 350 Tagespflegepersonen, die insgesamt 1.606 Kinder betreuen. Weil ab August 2013 auch Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben, muss die Stadt mehr Plätze schaffen. Dafür werden etwa Container-Kitas aufgestellt und in bestehenden Einrichtungen die Kinderzahlen aufgestockt. Zugleich ist die Stadt auf der Suche nach rund 80 Tagesmüttern – obwohl 2012 bereits über 70 Tagespflegepersonen gewonnen wurden. Diese kamen jedoch vor allem als Ersatz, weil einige Tagesmütter schwanger waren, heißt es.

Die Stadt will hier nachlegen, obwohl die Betreuungsquote derzeit bereits bei 18 Prozent der Kinder unter drei Jahren liegt – also über dem tatsächlichen Bedarf von maximal 16 Prozent. „In diesem Kontext sollte über das bisherige Ausbauziel von 20 Prozent Platzangebot im Bereich Kindertagespflege neu nachgedacht werden“, heißt es dazu sogar in der Auswertung der städtischen Elternbefragung.

Das sieht Bürgermeister Martin Seidel (parteilos) anders: „Das aktuelle Angebot entspricht ungefähr dieser Nachfragegröße.“ An dem Ausbauziel – 2.000 Plätze bei Tagesmüttern und -vätern – hält er fest. „Der avisierte Ausbau schafft ein darüber hinausgehendes Angebot von maximal 1,5 bis zwei Prozent.“

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