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Montag, 17.07.2017

Sprinten, kuppeln, Wasser marsch

Bei einem speziellen Ausscheid beweisen die Gleisberger Feuerwehrleute Schnelligkeit. Aber andere sind noch schneller.

Von Cathrin Reichelt

Kurz vor dem Start: Die Kameraden der Gleisberger Ortswehr beteiligten sich als einzige aus der Region Döbeln am Kreisausscheid im Löschangriff.
Kurz vor dem Start: Die Kameraden der Gleisberger Ortswehr beteiligten sich als einzige aus der Region Döbeln am Kreisausscheid im Löschangriff.

© privat

Gleisberg. Feuerwehrsport in der Disziplin Löschangriff ist nicht jedermanns Sache. Derzeit betreiben ihn im Landkreis Mittelsachsen etwa 40 Feuerwehren. „Aus der Region Döbeln sind die Gleisberger Kameraden die einzigen“, sagt Ehrenfried Keller, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Mittelsachsen. Im Kreis und vor allem im Döbelner Bereich gebe es aber Ortswehren, die diesen Wettkampf auch in abgewandelter Form auf Gemeindewehrebene oder territorial mit Nachbarwehren austragen.

Die Gleisberger Kameraden standen am Sonneabend beim Kreisausscheid im Löschangriff auf dem Sportplatz in Gahlenz 21 anderen Feuerwehrteams gegenüber. „Das Wetter war etwas kühl, aber die Platzverhältnisse ideal und der Wettkampf ist wunderbar abgelaufen“, meint Keller. Zwar habe sich ein Freiberger Kamerad an einem Finger verletzt, aber ansonsten habe es keinerlei Probleme oder Vorkommnisse gegeben.

Jedes Team bestand aus sieben Kameraden. Für sie dauerte der Wettkampf überwiegend weniger als eine Minute. Aber in dieser Zeit waren volle Konzentration, Kraft, Gefühl und Zielsicherheit gefragt. Nach den Wettkampfbestimmungen mussten die Mannschaften mit einer Tragkraftspritze, Saug- und Druckschläuchen sowie zwei C-Strahlrohren zwei Behälter mit je zehn Liter Wasser füllen. Sie waren in 95 Meter vom Startpunkt entfernt aufgestellt. „Die Zeit wurde elektronisch gestoppt, wenn der letzte Behälter den optimalen Füllstand erreicht hatte“, so Keller. Die Wasserentnahme erfolgte aus einem ebenerdig stehenden tausend Liter fassenden Behälter. „Alle Wettkampfgeräte wurden gestellt, sodass alle Mannschaften gleiche Bedingungen vorfanden“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Für die Gleisberger lief es diesmal nicht ganz so gut. Sie landeten mit einer Zeit von 49,77 Sekunden auf dem vorletzten Platz. Die Gründe dafür kann Ehrenfried Keller nicht konkret nennen, nur vermuten. Der Behälter, in den das Wasser gefüllt werden musste, ist nach oben nicht komplett offen. „Die Zieleinrichtung ist ein Loch mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern“, erklärt er. „Damit möglichst wenig Wasser danebengeht, muss der Maschinist das Wasser mit dem richtigen Druck dosiert abgeben.“ Vielleicht habe das bei den Gleisbergern nicht ganz so gut funktioniert.

Richtiges Pech hatten die Kameraden der Feuerwehr Stein, für die mit 85,76 Sekunden nur der letzte Platz übrig blieb. Während ihres Wettkampfes hatte sich eine der Schlauchverbindungen gelöst. Bei den Feuerwehrleuten aus Schlegel funktionierte beim Aufbau der Löschstrecke das Ankuppeln des Schlauchs an den Verteiler nicht auf Anhieb. Trotzdem erreichte die Mannschaft noch 46,26 Sekunden und setzte sich damit vor die Gleisberger.

Den Sieg holte sich das Team der Feuerwehr Bräunsdorf mit 30,53 Sekunden. Auf dem zweiten Platz kam die Feuerwehr Weißenborn (32,30 Sekunden), gefolgt von der Feuerwehr Krummhennersdorf (34,73  Sekunden. In den drei Gerätehäusern steht jetzt ein ganz besonderer Pokal: ein Nussknacker in Form eines Feuerwehrmannes.

Im Landkreis Görlitz gibt es 2018 voraussichtlich einen Landesausscheid im Löschangriff. Für den können sich die Erstplatzierten freiwillig melden. Die Konkurrenz ist aber stark. Nicht nur einmal wurden dort schon Zeiten um die 26 Sekunden gestoppt, so Keller.