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Freitag, 08.12.2017

Sportlerin heilt Sportler

Die Klinik Raupennest hat eine neue Oberärztin. Sie setzt auf eine Trainingstherapie nicht nur für Aktive.

Dr. Aniko Saß, die neue Oberärztin in der Fachklinik Raupennest Altenberg, ist auf Sportmedizin, Orthopädie und Unfallmedizin spezialisiert.
Dr. Aniko Saß, die neue Oberärztin in der Fachklinik Raupennest Altenberg, ist auf Sportmedizin, Orthopädie und Unfallmedizin spezialisiert.

© Egbert Kamprath

Altenberg. Am Gesundheitszentrum Raupennest arbeitet eine neue Oberärztin, die sich speziell um Sportler kümmert, Dr. Aniko Saß. Die Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Notfallmedizin hat sich zum Ziel gesetzt, sportmedizinische und orthopädische Sprechstunden, Leistungsdiagnostik und Trainingstherapie sowie sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für ein breites Klientel auszubauen, wie die Rehaklinik informierte. „Neben Profiathleten wollen wir auch ambitionierte Freizeitsportler, Sportanfänger, Aktive mit Vorerkrankungen oder Patienten, die beispielsweise unter Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Osteoporose leiden, mit der Trainingstherapie langfristig stärken. So lassen sich in vielen Fällen sogar Medikation und Folgeerkrankungen reduzieren.“ Neben dem Uniklinikum Dresden bildet das Raupennest in Dresden und Umland Ärzte aus, die die Zusatzbezeichnung Sportmedizin anstreben.

Dr. Aniko Saß, die im Erzgebirge geboren ist, hat nach dem Medizinstudium in Leipzig und schon zu Beginn ihrer Zeit als Assistenzärztin die Zusatzausbildung zur Sportmedizinerin absolviert. Mehr als zehn Jahre war sie dann am Universitätsklinikum Dresden im Rahmen ihrer Facharztausbildung zur Orthopädin und Unfallchirurgin tätig. Zuletzt arbeitete sie als Funktionsoberärztin in der unfallchirurgisch-orthopädischen und kinderchirurgischen Notaufnahme des Klinikums Dresden-Neustadt. Über die gesamte Zeit betreute sie außerdem Sportler jeden Alters und mit allen erdenklichen Überlastungsproblemen oder Verletzungen.

Schließlich betreibt sie selbst aktiv Klettern und Bergsteigen, Skitourengehen, Langlauf und Volleyball. In den vergangenen Jahren hat sie neben Leistungsathleten auch Freizeitsportler betreut. Inzwischen berät die heute 43-Jährige auch Patienten zu Verletzungen und Überlastungsschäden und auch, wie sich mit Sportprogrammen ihre jeweiligen Grunderkrankungen verbessern lassen. Dr. Aniko Saß sagt: „Ich sehe Prävention, Beschwerdebild und Therapieempfehlungen immer als ganzheitlichen Ansatz.“ Die Arbeit mit Aktiven macht ihr besonders Spaß, denn: „Sie sind ein hochmotiviertes Klientel, die schnell in den Sport oder ihren Beruf zurückwollen.“ Sportmediziner und Orthopäden seien hier besonders gefordert, sie mit einer adäquaten Behandlung zu unterstützen und so die Rückkehr in den Alltag so rasch und so verletzungsfrei wie möglich zu gestalten.

In der Fachklinik Raupennest wird sie die Sportmedizin weiter ausbauen. „Wir sind hier schon gut ausgestattet mit Radergometern und einem neigungsverstellbaren Laufband, an dem wir auch Bergläufe simulieren können“, erklärt die Sportmedizinerin. Auch Belastung-EKG und Laktatmessung erfolgen bereits. Zukünftig will sie auch mit der sogenannten „Spiroergometrie“ arbeiten. Dabei werden neben Arbeitsleistung der Muskeln und damit der körperlichen Leistungsfähigkeit des Menschen auch die Atemgase gemessen. Bei diesem Belastungstest wird der Ist-Zustand festgestellt und anschließend ein individueller Trainingsplan erstellt. „Der Patient oder Sportler kann sich dann ohne großen technischen Aufwand anhand der beispielsweise ebenfalls dokumentierten Herzfrequenz sinnvoll in den angemessenen Trainingsbereichen bewegen“, erklärt die Sportmedizinerin. Außerdem wird die Orthopädin auch ambulante und stationäre Reha-Patienten betreuen. (SZ)