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Donnerstag, 14.09.2017

Spielen nach eigenen Vorstellungen

Am Münchner Platz entsteht ein neuer Spielplatz. Drei Tage lang konnten Familien ihre eigenen Ideen dafür sammeln.

Von Ariane Heinen

Katja Pfeiffer und ihr Kollege Stefan Beckmann neben dem gelben Zelt der „Siedler“. Am ersten Projekttag kamen noch viele Familien. Leider machte ihnen danach der Regen einen Strich durch die Rechnung.
Katja Pfeiffer und ihr Kollege Stefan Beckmann neben dem gelben Zelt der „Siedler“. Am ersten Projekttag kamen noch viele Familien. Leider machte ihnen danach der Regen einen Strich durch die Rechnung.

© René Meinig

Dresden. Drei große Tafeln sind neben dem Spielplatz am Münchner Platz aufgebaut. Daran hängen die ersten Ideen von Kindern und Eltern. Entweder als Text oder auch als Gemälde von kreativen Kleinen. Ein ganz neuer Spielplatz soll dort gebaut werden. Kürzlich waren die Spielplatzbesucher aufgerufen, ihre Wünsche dafür gemeinsam mit Pädagogen und Architekten aufzuschreiben. „Wir haben es erst mal in Kategorien eingeteilt: was mögen die Leute zurzeit, was stört sie und was wünschen sie sich“, sagt Projektleiterin Katja Pfeiffer.

Sie ist eigentlich Lehrerin, arbeitet aber schon seit 2005 bei der Projektschmiede Dresden. Hier macht sie vor allem Projekte mit Kindern. Der Fokus liegt dabei auf Kunst, Dresdner Stadtteilen und Integration. Eines der größten heißt „Siedler“. „Wie der Name schon sagt, geht es hier darum, Flächen neu zu besiedeln“, sagt die 36-Jährige. Daran sind Familien direkt beteiligt, die diese dann auch tatsächlich nutzen. Häufig sind das Spielplätze. Die werden vom Dresdner Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft alle zehn Jahre saniert. Der Spielplatz am Münchner Platz wurde bereits 1992 gebaut und zweimal repariert, sagt die Stadtsprecherin Anke Hoffmann. Das reicht nicht mehr aus. Er muss nun komplett erneuert werden. Die Stadt arbeitet dafür schon seit etwa zehn Jahren für einzelne Objekte mit den „Siedlern“ zusammen. Pfeiffer und ihre Kollegen sind dafür meist über einen längeren Zeitraum vor Ort. Sie und die Stadt sind sich einig: Als Pädagogen und Sozialarbeiter können sie die Wünsche der Leute und die Möglichkeiten der Flächen besser einschätzen. „Wir machen nicht nur einfach eine Umfrage“, sagt Pfeiffer. Nur durch Gespräche und Beobachten kann sie erkennen, was die Familien wirklich wollen und brauchen. „Es reicht auch nicht, nur mit den Eltern zu sprechen.“ Sie berichtet von einem Spielplatz in Dresden mit einem Bagger aus Metall. „Die Eltern beschweren sich, wie furchtbar das Ding ist. Im Hintergrund sieht man die Kinder damit spielen.“ Bei anderen Spielgeräten erkennt sie durch das Gespräch erst den Nutzen oder deren Besonderheit. Die Wippe am Münchner Platz ist flankiert von zwei stark verwitterten Holzelefanten. „Schon jetzt ist das hier der Elefantenspielplatz. Genau so einen Wiedererkennungswert braucht ein Spielplatz. Wir würden die Wippe gern retten.“

Der Neubau des Spielplatzes am Münchner Platz wird 2018 beginnen.

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