Freitag, 10.05.2013

Spanien: 32 500 Familien verloren 2012 das Dach über dem Kopf

Madrid. Im Euro-Krisenland Spanien haben im vergangenen Jahr mehr als 32 000 Familien das Dach über dem Kopf verloren, weil sie ihre Hypothekenkredite nicht mehr bedienen konnten. Genau 32 490 der 39 100 registrierten Hypothekenzwangsvollstreckungen hätten 2012 ständige Wohnsitze betroffen, teilte die Zentralbank am Freitag bei ihrer ersten Studie dieser Art in Madrid mit. Rechtsexperten schätzen die Zahl der Zwangsräumungen in Spanien seit Beginn der Krise im Jahr 2008 auf 400.000. Vergleichszahlen aus früheren Jahren lagen nicht vor.

Im März hatte der Europäische Gerichtshof das spanische Verfahren zur Zwangsräumung von Wohnungen wegen der Verletzung des Verbraucherschutzes in Hypothekenverträgen für illegal erklärt. In Spanien gab es zuletzt mehrere Massenkundgebungen gegen die umstrittenen Zwangsräumungen.

Eine Frau, die sich am 18. Februar in einer Bankfiliale aus Protest gegen die Zwangsübergabe ihrer Wohnung angezündet hatte, starb an den damals erlittenen Verletzungen, teilten die behandelnden Ärzte am Freitag im Krankenhaus La Fe in Valencia mit. „Ihr habt mir alles genommen“, hatte die 47-Jährige damals geschrien, bevor sie sich anzündete. Nach Medienberichten trieben die Zwangsräumungen bereits mehrere der verzweifelten Opfer in den Tod. (dpa)

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