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Freitag, 15.12.2017

Sondersitzung wegen Tuberkulose

Es werden immer mehr Fälle. Der Stadtrat spricht von einer großen Herausforderung.

Von Andreas Weller

Inzwischen ist die Zahl der mit TBC infizierten Schüler und Lehrer auf 53 angestiegen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert berief eine Sondersitzung für den vierten Januar ein.
Inzwischen ist die Zahl der mit TBC infizierten Schüler und Lehrer auf 53 angestiegen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert berief eine Sondersitzung für den vierten Januar ein.

© Sven Ellger

Dresden. Die vielen Tuberkulose-Fälle (TBC) an der Hoga-Schule beschäftigen nun auch die Politik. In der Stadtratssitzung am Donnerstag waren sie mehrfach Thema. Unterdessen stellte sich heraus, dass die Zahl der infizierten Schüler und Lehrer bereits auf 53 angestiegen ist. Das ergaben die Untersuchungen der Blutproben, die noch laufen. Mittlerweile liegen 756 Ergebnisse vor, getestet werden mindestens 900 Schüler, die Lehrer und das private Umfeld der Infizierten. Die CDU forderte deshalb per Eilantrag im Rat eine öffentliche Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Dem kam Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zuvor. Er berief diese Sitzung für den 4. Januar ein. „Daran werden sachkundige Verwaltungsmitarbeiter und externe Sachkundige teilnehmen.“ CDU-Stadträtin Astrid Ihle unterstellt Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) eine „desaströse Informationspolitik“. Es müsse aufgearbeitet werden, weshalb die Politiker erst im Dezember informiert wurden, dass es bereits im September die ersten TBC-Fälle an der Schule in Leuben gab.

Kaufmann erklärte, dass es jedes Jahr im Durchschnitt 40 TBC-Fälle in Dresden gibt. Im September habe es deshalb noch „keinen Anhaltspunkt für ein außerordentliches Infektionsgeschehen“ gegeben. „Der 41. Fall wurde am 1. Dezember bekannt, danach wurden die Stadträte umgehend informiert“, so Kaufmann. Zu jeder Zeit habe die Verwaltung sich streng an die Vorgaben gehalten, wie in solchen Fällen vorzugehen ist. Betroffene wurden persönlich informiert, aber am Anfang nicht die gesamte Schule – auch, um eine „Hysterie“ zu vermeiden. Kaufmann räumte aber auch ein: „Der Hoga-Fall ist bisher einmalig und für alle eine große Herausforderung.“ Sie betonte nochmal, dass Infizierte nicht gleich an TBC erkranken. Nur in wenigen Fällen breche die offene TBC aus. Und die Ansteckung erfolgt nur über direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion.

Auch auf eine Frage aus dem NPD-Lager antwortete Kaufmann deutlich. Es ging um einen möglichen Zusammenhang mit der Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge, das sich in der Nähe befindet. „Alle Flüchtlinge werden standardmäßig bei ihre Ankunft in Deutschland, bei der Erstuntersuchung, auch auf TBC untersucht.“ Deshalb könne es keinen Zusammenhang geben. Zur Sondersitzung im Januar sollen dann alle Untersuchungsergebnisse vorliegen. Dort werden laut Kaufmann auch mögliche offene Fragen geklärt.