erweiterte Suche
Freitag, 12.05.2017

So soll die neue Lingnerstadt aussehen

Architekten und Stadtplaner präsentieren neue Bilder des geplanten Stadtviertels am Rathaus. Gebaut wird kleinteilig.

Von Annechristin Bonß

Ost-Fassade: Dieser Blick zeigt sich aus Richtung Hygiene-Museum. An dieser Seite des Areals gibt es eine Öffnung zum viereckigen Innenhof hin.
Ost-Fassade: Dieser Blick zeigt sich aus Richtung Hygiene-Museum. An dieser Seite des Areals gibt es eine Öffnung zum viereckigen Innenhof hin.

© Stadt Dresden

Es soll der neue Hingucker für die Dresdner Innenstadt werden. Direkt am Rathaus – wo das Robotron-Gebäude abgerissen wurde – soll Dresdens neues Stadtviertel entstehen. Die Stadtverwaltung hat zusammen mit dem Architekten Peter Kulka die Pläne dafür erarbeitet. Am Freitagabend präsentierten die Macher nun die neuesten Ansichten für die Gebäude sowie ein passendes Stadtmodell. Etwa 100 Dresdner diskutierten mit.

Nord-Fassade: Diese Fassaden entstehen an der Lingerallee mit den bereits vorhandenen Skateranlagen. In den Erdgeschossen ist Platz für Restaurants und Geschäfte



Eins fällt dabei sofort ins Auge. Bunt wird es kaum in dem neuen Viertel. Bei der Gestaltung haben die Macher eher gedeckte Farben wie Beige, Dunkelbraun, Grau oder auch fast Schwarz gewählt. Durch vier Ziegelfarben sollen unterschiedliche Stimmungen erzeugt werden. Es entsteht eine kleinteilige Bebauung aus vielen aneinander gereihten, oft gleichhohen Gebäuden mit bis zu sieben Geschossen. Brandwände grenzen die einzelnen Häuser voneinander ab. Geputzte Fassaden wechseln sich mit Ziegelflächen ab. Vorsprünge und vereinzelt angesetzte, verglaste Erker unterbrechen die sonst monotonen Fensterreihen.

Süd-Fassade: So sehen die neuen Gebäude an der Bürgerwiese aus. Später grenzt daran ein weiterer Komplex



Stadt und Architekt sprechen im Gestaltungskonzept von „urbaner Dichte und gestalterischer Vielfalt“. Die Investoren wollen inhaltliche und gestalterische Akzente setzen und eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen. In früheren Veranstaltungen zeigte sich Kulka begeistert von der Idee, Dresden eine Stadt in der Stadt zu schenken. Eine Stadt mit engen Gassen, grünen, ruhigen Höfen, ein Viertel für Arm und Reich mit Stadthäusern, die in einen großen Park übergehen sowie Ateliers, Büros und Restaurants. Solche Viertel hat es bis 1945 überall in der Innenstadt gegeben.

West-Fassade: So sehen die Häuser aus, die in Richtung Rathaus zeigen



Die jetzt präsentierten Bilder zeigen die Fronten der Gebäude im Quartier 1. Das erstreckt sich mit bis zu 1000 Wohnungen an der Ecke St. Petersburger Straße und der Lingnerallee mit der existierenden Skateranlage. Der Bau könnte noch in diesem Jahr beginnen. Neben Kulka werden dort zwei weitere Architekturbüros ihre Pläne verwirklichen. Dabei sollen bezahlbare Wohnungen entstehen mit Mieten, die nicht durch die Decke gehen, sagt Architekt Johannes Kister.

Ost-Fassade: Dieser Blick zeigt sich aus Richtung Hygiene-Museum. An dieser Seite des Areals gibt es eine Öffnung zum viereckigen Innenhof hin



Was das nun präsentierte Stadtmodell auch zeigt, ist, dass die alte Robotron-Kantine keinen Platz in dem neuen Viertel haben soll. Der Bauausschuss hatte sich entgegen der Vorschläge des Architekten für den Erhalt ausgesprochen. Ein Prüfverfahren für die künftigen Kosten ist derzeit noch nicht abgeschlossen. Erst einmal wurde der bereits geplante Abriss gestoppt.

Das Modell zeigt, an welchen Stellen Gebäude geplant sind. Zwischen Hygiene-Museum und Rathaus ist das erste Quartier des neuen Viertels geplant