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Dienstag, 26.01.2016

So schön wird der Campus

Der Freistaat hat ein ehrgeiziges Programm. Viele der alten Forscherbauten werden verändert, nicht nur im Inneren.

Von Annechristin Bonß

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Nach Bauende hat der Barkhausen-Bau im dann neuen Mittelstück zwei Etagen mehr
Nach Bauende hat der Barkhausen-Bau im dann neuen Mittelstück zwei Etagen mehr

© Visualisierung: SHP Architekten GmbH

Hier darf nicht mehr geparkt werden. Anwohner in der Georg-Schumann-Straße brauchen auch im neuen Jahr Geduld. Gleich mehrere Baufirmen sorgen für Baulärm, blockieren Parkflächen und transportieren Schutt weg. Die Arbeiter sind im Barkhausen-Bau gegenüber den Wohnhäusern eingesetzt. Das Sanierungsprojekt ist das größte, das derzeit auf dem Campus vorangeht. Noch mehrere Jahre werden die Arbeiter beschäftigt sein. Doch auch an anderen Orten investiert das Land in moderne Räume für die Wissenschaft.

Aufstocken: Der Barkhausen-Bau bekommt zwei zusätzliche Stockwerke

Den wohl größten Aufwand haben die Arbeiter mit dem Barkhausen-Bau. Der verschachtelte Komplex erstreckt sich zwischen der Helmholtzstraße, der Nöthnitzer Straße und der Georg-Schumann-Straße. Mehrmals schon wurde das Gebäude erweitert, immer wieder angebaut. Nun folgt ein weiteres Kapitel. Der Südflügel an der Nöthnitzer Straße wird abgebrochen und neu aufgebaut. Die komplett neue Haushälfte hat dann zwei Etagen mehr.

Außerdem wird ein neues Laborgebäude für Nano-Analytik im Innenhof des Komplexes entstehen. Dabei müssen die Arbeiter auch Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigen. Unter anderem werden vor dem Abbruch Teile der Innenhoffassade gesichert. Sie sollen nicht zerstört werden. Ende 2017 soll alles fertig sein. Das kostet 35,5 Millionen Euro. Hier sollen künftig die Wissenschaftler aus dem TU-eigenen Forschungszentrum CfAED arbeiten. Sie entwickeln die Mikroelektronik der Zukunft.

Neu bauen: Physiker können im Sommer an die Nöthnitzer ziehen

Bereits Mitte 2016 können die Fotophysiker in ihr neues Domizil an der Ecke Helmholtz-/Nöthnitzer Straße ziehen. 2014 hatte der Bau begonnen. Für knapp 30 Millionen Euro entsteht hier ein hochmodernes Forschungsgebäude. Vorher lag die Fläche brach. Nun steht ein viergeschossiges, lang gestrecktes Gebäude am Hang. An der Südseite sind an den Fenstern 50 Quadratmeter einer neuen Fotovoltaikanlage montiert. Zudem steht auf dem Dach eine 400-Quadratmeter-Fläche mit Solarzellen.

Schützen: Altbauten bekommen modernen Brandschutz

Seit über einem Jahr werden die Räume in dem ehemaligen chemischen Laborgebäude dem Fritz-Förster-Bau an der Mommsenstraße saniert. Die Arbeiter reinigen Schächte, tauschen Fußböden aus und entfernen Einbaumöbel sowie einzelne Wände. Das Vorhaben ist extrem aufwendig. Viele der Wände und Böden sind mit Schadstoffen versetzt und müssen deshalb verschwinden. 2018 soll alles fertig sein. Bis dahin investiert das Land 40 Millionen Euro. Danach zieht die Verwaltung der Universität in die Räume. Weitere 5,5 Millionen Euro kostet der neue Brandschutz für den Schumann-Bau am Münchner Platz.

Auch im Hochhaus an der August-Bebel-Straße haben derzeit Bauarbeiter das Kommando. Das Gebäude gehört dem Bund, der die Räume an das Land vermietet. Hier sollen ab dem Sommer die Bauingenieure der TU einziehen. Bis dahin investiert der Bund über sechs Millionen Euro in den Brandschutz, die Freianlagen sowie neue, moderne Räume. Zudem sollen die einen Anschluss an das schnelle Datennetz der Universität erhalten. Die Bauingenieure haben bisher ihren Sitz im Beyer-Bau. Der wird ab 2017 saniert.

Erneuern: Großbaustelle kostet noch einmal 30 Millionen Euro

Auch nach den Umbauten im Barkhausen-Bau für die Mikroelektroniker und Informatiker sind die Arbeiten an dem Komplex noch nicht abgeschlossen. 2014 hat die Erneuerung sämtlicher Leitungen begonnen. Je nachdem, welche Gebäudeteile nun für die Sanierung vorgesehen sind, werden diese Arbeiten fortgesetzt. Insgesamt kostet das knapp 18 Millionen Euro. Unter anderem könnte das auch den Flügel an der Georg-Schumann-Straße betreffen. Hier soll ebenfalls in diesem Jahr die Sanierung beginnen. Kosten: 7,5 Millionen Euro.

Der denkmalgeschützte Schönfeld-Hörsaal, der sich an der Südseite des Baus befindet, soll ebenfalls erneuert und modernisiert werden. Er gilt mit 450 Sitzplätzen als einer der größten Hörsäle auf dem Campus. Noch in diesem Jahr soll es losgehen. Das Land plant mit Kosten in Höhe von 5,5 Millionen Euro.

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. Dr. Hans-Georg Braun

    Die Initiative des Landes Geld in die notwendige Sanierung von Gebäuden zu stecken ist sicherlich sehr lobenswert , aber mindestens genauso wichtig sind Investionen in die Lehre und damit die Qualität der Ausbildung. Eine Universität lebt nicht von schönen Gebäuden ,sondern von der Qualität der Ausbildung. D.h. z.B. das an dieser Stelle das Land jedoch zu hundert pro Cent versagt. Die finanzielle Unterstützung von notwendigen wissenschaftlichen Hilfskräften zur Durchführung von Praktika respektive Übungen ist nur als jämmerlich zu bezeichnen. Das Land lebt hier in hohem Masse vom a) Engagement von Mitarbeitern ausseruniversitärer Einrichtungen und b) von nicht Landes finanzierten Drittmittelstelleninhabern ( DFG , BMBF ) , die erhebliche Beiträge zur Ausbildung leisten.

  2. Siggi Signaler

    Im Potthoff-Bau wird auch gerade saniert und zwar die Toiletten über 4 Etagen. Was die Privatperson in wenigen Wochen erledigen lassen kann, dazu braucht das SIB 6 Monate (09/2015 bis 02/2016).

  3. E. Benheiter

    "So schön wird der Campus". Glücklicherweise liegt "Schönheit" im Auge des Betrachters -soll ja auch Leute geben, die IKEA-Würfel "schön" finden...

  4. Max

    Was der Artikel verschweigt: Während noch vor wenigen Jahren die gesamte Verwaltung der TU in dem (kleinen) Günther-Landgraf-Bau Platz fand, benötigt sie zukünftig den viel, viel größeren Fritz-Foerster-Bau. Der Lehrkörper schrumpft, die Verwaltung wächst unaufhörlich -- und mit ihr die Bürokratie an der TU... Finanziert durch eine Exzellenzinitiative, die in wenigen Jahren ausläuft -- und dann geht das Gejammere los, weil das Geld nicht reicht.

  5. MehrChancenStattMehrGeldvernichtung

    Die immerwährende Diktatur der Häßlichkeit, verkauft als alternativlose Moderne, mit Schadstoffen verseucht, hochgiftig und sprichwörtlich geisttötend. Bei der Sanierung von mit Asbest, PAK, Schwermetallen verseuchten Bauten sollte zwingend das gesamte Gebäude stillgelegt werden und nicht darauf spekuliert werden, dass die Beweislage für eine Krankheitsentstehung praktisch sehr schwer ist und viel Courage voraussetzt. Die Entsorgung dieser Stoffe sollte genau geregelt sein und nachgeprüft werden. Ich würde auch das Giftige Auswechseln und alte nicht bewährte Technik substituieren, aber keine Umbauten vornehmen und den Verwaltungsapparat eben nicht weiter aufblasen. Dafür gibt es IT! Im Zeitalter des Internet und vielfältigsten Druckverfahren sollte man mit Inhalten, Lernstrategien und Laboren überzeugen und nicht mit Betongold. Wenn selbst die Unis keine Schönheit im Bau umsetzen, wo sollen sie es lernen? D. TUD mit ü.45000 Studis ist zu groß, dann lieber in BZ Fern-Uni gründen.

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