erweiterte Suche
Mittwoch, 24.08.2016

So lasst uns denn ein Apfelbäumchen…

Monika Grütters und Stanislaw Tillich greifen zum Spaten und stellen die Weichen für die Zukunft des Pückler-Parks.

Von Thomas Staudt

Bild 1 von 2

Blick vom Fürst Pückler Park auf das Neue Schloss in Bad Muskau. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stiftung, Freistaat und Bund bis 2020 wurde am Montag unterzeichnet.
Blick vom Fürst Pückler Park auf das Neue Schloss in Bad Muskau. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stiftung, Freistaat und Bund bis 2020 wurde am Montag unterzeichnet.

© Archivfoto: Rolf Ullmann

  • Blick vom Fürst Pückler Park auf das Neue Schloss in Bad Muskau. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stiftung, Freistaat und Bund bis 2020 wurde am Montag unterzeichnet.
    Blick vom Fürst Pückler Park auf das Neue Schloss in Bad Muskau. Die Finanzierungsvereinbarung zwischen Stiftung, Freistaat und Bund bis 2020 wurde am Montag unterzeichnet.
  • Ungewohnte Tätigkeit: Stanislaw Tillich beim Gießen des neuen Setzlings. In der Mitte Staatsministerin Monika Grütters, rechts Michael Kretschmer.
    Ungewohnte Tätigkeit: Stanislaw Tillich beim Gießen des neuen Setzlings. In der Mitte Staatsministerin Monika Grütters, rechts Michael Kretschmer.

Bad Muskau. Einer der den schönsten und größten Landschaftsgärten Europas, die deutsch-polnische Unesco-Welterbestätte Muskauer Park/Park Muzakowski kann weiter wachsen und gedeihen. Am Montag unterzeichneten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) die Verlängerung der Finanzierungsvereinbarung. Bis 2020 unterstützen Freistaat und Bund die Arbeit der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau mit jeweils rund einer Million Euro jährlich. Während die Gelder in der Vergangenheit überwiegend in die Sanierung und den Wiederaufbau geflossen sind, rückt nach der Fertigstellung umfangreicher Bauvorhaben wie dem Neuen Schloss zunehmend der Erhalt und die Bewirtschaftung der Welterbestätte in den Fokus. Tillich hob die internationale Bedeutung des Parks hervor und verwies darauf, dass das Engagement des Bundes nicht selbstverständlich sei. Monika Grütters sagte, die Kultur schaffe fast aus sich selbst heraus gut nachbarschaftliche Beziehungen, die im Falle von Deutschland und Polen im Pückler-Park buchstäblich Gestalt annähmen. Beide dankten den Kollegen auf polnischer Seite für ihr Engagement.

Zuvor hatten Grütters und Tillich in der von Fürst Pückler angelegten Baumschule im polnischen Teil des Parks Setzlinge historischer Apfelbäume gepflanzt. Im Fall von Tillich handelte es sich, ganz passend, um die Sorte „Gelbe Sächsische Renette“. Außerdem kam ein Kaiser-Wilhelm-Apfel in die Erde. Anschließend ging es per Rad über die Englische Brücke und den Aussichtspunkt Gloriette ins Neue Schloss. Mit von der Partie waren dabei der Vorsitzende des Stiftungsrats, Hansjörg König, und der Vorsitzende des Fürst-Pückler-Park- Fördervereins, der Görlitzer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer. Von polnischer Seite begleiteten die Marschallin der Woiwodschaft Lebus, Elzbieta Polak, und der Präsident des Regionalsejm, Czeslaw Fiedorowicz, die von Parkdirektor Cord Panning angeführte Tour.

In den Wiederaufbau des Neuen Schlosses und die anderen Parkarchitekturen sowie in die Pflege und Sanierung des Parks flossen seit 1996 viele Millionen aus den Kassen des Bundes und des Freistaats, aber auch der EU. Allein der Wiederaufbau des neuen Schlosses kostete 25 Millionen Euro. Mit der Wiedereröffnung des Festsaals 2013 gilt er als abgeschlossen. Dazu kommen die Gelder, die von polnischer Seite in den jenseits der Neiße gelegenen Parkteil investiert werden. Der Fokus der laufenden Arbeiten liegt auf dem sogenannten Badepark. Aktuell laufen die Sicherungsarbeiten für die Pückler-Villa. Perspektivisch soll das Gebäude einer musealen Nutzung zugeführt werden. Die geschätzten Kosten liegen bei knapp zwei Millionen Euro.

Nur ein Teil der erforderlichen Kosten für den Unterhalt wird aus den Eintrittsgeldern für das Neue Schloss und durch Konzerte, Lesungen und Sonderausstellungen erwirtschaftet. Der Eintritt in den Park selbst ist frei. Park und Schloss besuchen im Schnitt jährlich über 300 000 Gäste.