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Mittwoch, 28.10.2015

So gut sind ambulante OPs in Sachsen

Die größte Patientenumfrage im Freistaat gibt erstmals Aufschluss über Wartezeit, Zufriedenheit und Komplikationen.

Von Steffen Klameth

Immer mehr Operationen werden heute ambulant durchgeführt.
Immer mehr Operationen werden heute ambulant durchgeführt.

© dpa

Dresden. Dresden. Ob Grauer Star, Krampfadern oder Hand-OP: Immer mehr Operationen werden heute ambulant durchgeführt – bundesweit bereits rund sechs Millionen im Jahr. Denn das ist billiger. In Sachsen rechneten allein die Vertragsärzte im vorigen Jahr rund 240 000 solcher Eingriffe ab. Zudem bieten auch Kliniken zunehmend Operationen ohne stationäre Betreuung an. Doch wie steht es um die Qualität?

Während Krankenhäuser Zeit ihre Behandlungsergebnisse dokumentieren müssen, gilt das für den ambulanten Bereich bislang nicht. Zwar haben auch niedergelassene Ärzte strenge Vorgaben zu erfüllen, wenn sie ambulant operieren wollen. Wie gut sie ihr Handwerk beherrschen, wird allerdings nirgendwo offengelegt. Wenn Patienten ein solcher Eingriff bevorsteht, können sie nur der Empfehlung ihres behandelnden Arztes oder dem Rat von Verwandten und Bekannten vertrauen.

Die Sächsische Zeitung bietet ihren Lesern in den nächsten Wochen erstmals eine sachsenweite Orientierung. Mit Unterstützung der großen Krankenkassen im Freistaat – AOK Plus, IKK classic, Barmer GEK, Techniker Krankenkasse und DAK-Gesundheit – haben wir im September rund 100 000 Versicherte befragt, die sich in diesem oder vergangenem Jahr einem ambulanten Eingriff unterzogen haben. Knapp 24 000 von ihnen haben den Fragebogen nach ihrer Zufriedenheit ausgefüllt zurückgeschickt. Ein Team der TU Dresden unter Leitung von Gesundheitswissenschaftler Professor Joachim Kugler hat die anonymen Antworten wissenschaftlich ausgewertet. Exakt 18 369 Fragebögen waren verwertbar.

Für die Umfrage wurden die neun häufigsten ambulanten Eingriffe ausgewählt. Krankenkassen drängen seit Jahren darauf, unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. „Was gut ambulant zu operieren ist, sollten Spezialisten ambulant behandeln“, sagt Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus. Trotz steigender ambulanter Fallzahlen zeigt der Trend auch bei stationären OPs nach oben. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, begründet das mit der alternden Bevölkerung und der Zunahme degenerativer Erkrankungen: „Immer weniger Menschen wollen akzeptieren, dass an ihrem Körper im Alter nicht mehr alles so funktioniert wie früher.“

Die Sächsische Zeitung startet heute eine große Serie, in der die Ergebnisse der größten Patientenumfrage in Sachsen vorgestellt werden. Sie zeigt zum Beispiel, wer wie häufig ambulant operiert und ob bei den Patienten unvorhergesehene Beschwerden auftraten.

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