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So finden Schüler die richtige Ausbildung

BIT mit Teilnehmerrekord – fast 60 Firmen werben in der Hartharena um Auszubildende

12.01.2017

 Schüler die richtige Ausbildung
Am Stand der OEWA Wasser und Abwasser GmbH: Hier gibt es Informationen über die Fachkraft für Wasserversorgungstechnik sowie Fachkraft für Abwassertechnik. Anfassen ist erlaubt.

© Archiv/ Dietmar Thomas

Was will ich mal werden? Mit dieser Frage sollten sich Jugendliche nicht erst in der 10. Klasse beschäftigen. Die Pestalozzi- Oberschule Hartha, die Peter-Apian- Oberschule Leisnig sowie die Oberschule Waldheim bereiten ihre Schüler kontinuierlich auf die Berufswahl vor. Nachdem die beiden Oberschulen von Hartha und Waldheim bereits im vergangenen Jahr ihre Kräfte gebündelt und den Berufsinformationstag gemeinsam veranstaltet haben, wird die Veranstaltung in diesem Jahr um einen weiteren Partner erweitert. Mit der Peter-Apian-Oberschule Leisnig ist eine dritte Oberschule dabei, das Organisationstrio perfekt.


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Dieses Organisationsmodell ist für beide Seiten von Vorteil. „Für die Firmen minimiert sich der Aufwand. Sie präsentieren sich für die Waldheimer, Harthaer und Leisniger Schüler auf nur einer Messe. Die Schüler wiederum können neben dem BIT noch andere Ausbildungsmessen besuchen“, sagt Schulleiterin Kerstin Wilde von der Pestalozzi - Oberschule Hartha. Die Oberschule Leisnig hatte fast zehn Jahre lang eine eigene Berufsinormationsmesse. „Mit der gemeinsamen Organisation des BIT erhöht sich auch die Vielfalt an Unternehmen“, sagt Kristin Dorias-Thomas, Schulleiterin der Peter-Apian-Oberschule Leisnig. Sie sieht in der Zusammenarbeit für den BIT ebenso eine Förderung der Partnerschaft zwischen den Städten Hartha, Leisnig und Waldheim.

Fast 60 Firmen stellen sich vor
Im vergangenen Jahr nahmen rund 30 Firmen teil. In diesem Jahr haben fast doppelt so viele Firmen ihre Zusage gegeben, am BIT teilzunehmen. Vertreter von 58 Unternehmen und Institutionen werden morgen von 9 bis 13 Uhr in der Hartharena ihr Unternehmen präsentieren - eine Stunde länger als im vergangenen Jahr. „Wir erwarten über 600 Schüler der Klassen 7 bis 10 und deren Eltern“, sagt Kerstin Wilde. Neu dabei ist ein Fotograf, der vor Ort Bewerbungsfotos anfertigt. Professionelle Fotos sind Bestandteil einer Bewerbung. „Wer die Chance nutzen will, sollte sich dementsprechend ankleiden“, so Wilde.


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Das Informations- und Beratungsangebot der Ausbildungsmesse richtet sich an die Oberschüler, darüber hinaus an die Waldheimer Förderschüler sowie die Gymnasiasten aus Hartha und Döbeln. Auch für Abiturienten kann eine berufliche Ausbildung nach dem Abitur ein interessanter Bildungsweg sein. Informationen direkt von den Firmen können auch Abiturienten daher gut gebrauchen, gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der dualen Studiengänge. Interessant ist die Messe ebenso für die Grundschüler aus Hartha, Gersdorf und Geringswalde. Berufsvorbereitung beginnt in Hartha zeitig. Deshalb werden am Berufsinformationstag die Fünft- und Sechstklässler einbezogen und im Foyer des benachbarten Martin-Luther-Gymnasiums erwartet. Die Schüler der fünften Klasse können sich über das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr Hartha informieren und etwas über das Berufsbild des Feuerwehrmannes in Erfahrung bringen. Die Sechstklässler können von Vereinsmitgliedern der Johanniter-Unfallhilfe die Grundbegriffe der 1. Hilfe erlernen und Informationen über den Beruf des Sanitäters erhalten. Die Schüler dieser beiden Jahrgänge bekommen somit einen Einblick in die beiden Berufsbilder Pfleger und Feuerwehrmann und werden für die ehrenamtliche Arbeit in den Bereichen sensibilisiert.


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Von Hochbaufacharbeiter bis zum Pfleger
Wie bereits im vergangenen Jahr werden die Firmen und Einrichtungen den Schülern und ihren Eltern aufzeigen, dass Mittelsachsen für eine dynamische Wirtschaft qualifizierte und motivierte junge Menschen braucht und dass es sinnvoll ist, sich für das Leben und Arbeiten in der Region zu entscheiden. In diesem Jahr wird dies mit der gestiegenen Anzahl der Firmen und Einrichtungen noch deutlicher. Die Schüler können erfahren, welche Voraussetzungen, Fähigkeiten und Neigungen sie für die jeweilige Ausbildungsrichtung mitbringen sollten, um eine Chance auf einen Ausbildungsplatz zu haben. Die BIT 2017 in Hartha zeigt die Branchenvielfalt in der Region Döbeln und Mittelsachsen sowie in Leipzig und Chemnitz. Wie wäre es mit einer Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter? Mit der Hochschulreife gibt es die Möglichkeit, in dieser Branche ein duales Studium zum Bauingenieur (BA) zu absolvieren. Innerhalb von drei Jahren steht man als qualifizierte Fach- und Führungskraft zur Verfügung und kann in der Bauleitung, bei der Ablaufplanung sowie Qualitätssicherung eingesetzt werden. Oder wie wäre es für weniger Technik Interessierte mit der Ausbildung zum Staatlich Anerkannten Erzieher? Auf der Messe gibt es die Antworten, um eine Entscheidung treffen zu können. Unternehmen aus Wirtschaft und Handel, Bau und Architektur, Verkehr und Logistik oder Gesundheit/ Soziales sowie Landwirtschaft werden anwesend sein. Im vergangenen Jahr kamen zahlreiche Schüler mit ihren Familien, zogen von Firmenstand zu Firmenstand und sammelten Informationen. Ein Catering für den kleinen Hunger sowie eine Kinderbetreuung für Geschwisterkinder runden das Service-Angebot der Messe ab.


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Siebtklässler wollen sich orientieren
Eine Auswertung des Berufsinformationstages 2016 hat ergeben, dass die Schüler den BIT vorrangig dafür nutzen, um sich allgemein über Berufe zu informieren und Kontakte zu Unternehmen der Region zu knüpfen. Obwohl über 60 Ausbildungsberufe angeboten wurden, hatten nur wenige Schüler vor, sich gezielt zu bewerben. Während die Siebtklässler vorrangig die Veranstaltung zum Orientieren genutzt haben, ging es für die Schüler der 9. und 10. Klasse vielmehr um die Bestätigung ihrer schon getroffenen Berufswahl. Neben dem Berufsinformationstag gibt es an den drei Oberschulen Leisnig, Waldheim und Hartha das Projekt „Praxisberater an Schulen“. Berufsorientierung beginnt an den Schulen bereits bei Schülern der siebten Klasse mit einer Potenzialanalyse, die die Stärken in den Bereichen Sozial-, Methoden- und Personalkompetenz sowie arbeitspraktische Basiskompetenzen auslotet. Im Ergebnis erhalten die Schüler ein individuelles Kompetenzprofil. Darauf aufbauend folgen Entwicklungsgespräche sowie ein beruflicher Interessentest als Basis für eine systematische und individuelle Berufsorientierung. Dagmar Doms-Berger



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