Altenberg Sonntag, 25.11.2012

Skibus wartet auf Wintersportler

Zum dritten Mal geht der Skibus im Gebirge auf Tour. Das Angebot ist aber zeitlich begrenzt.

Von Mandy Schaks

Wintersportler nutzen gern den Skibus, um nach einer ausgiebigen Winterwanderung bequem wieder nach Hause beziehungsweise ins Urlaubsquartier zu fahren. Archivfoto: Egbert Kamprath
Wintersportler nutzen gern den Skibus, um nach einer ausgiebigen Winterwanderung bequem wieder nach Hause beziehungsweise ins Urlaubsquartier zu fahren. Archivfoto: Egbert Kamprath

Wenigstens was“, sagt Tino Hauffe trocken. Der Skibus steht nämlich in den Startlöchern und soll wieder Weihnachten und in den Winterferien zwischen Zinnwald-Georgenfeld und Rechenberg-Bienenmühle fahren.

Begeisterung hört sich allerdings etwas anders an. Hauffe ist Ortsvorsteher von Rehefeld-Zaunhaus und sitzt auch im Altenberger Stadtrat. Zum Glück tagt der nicht am Wochenende und ist Hauffe außerdem motorisiert. Sonst würde er hinter den Bergen festsitzen wie andere Einheimische, die kein Auto haben, und auch Urlauber, die mal ein Stück wandern und zurück mit dem Bus fahren wollen.

Alternative zum Sparprogramm

Die Verbindung von Rehefeld nach Altenberg bzw. in die andere Richtung nach Holzhau am Wochenende gibt es nämlich seit etwa einem Jahr nicht mehr. Das ärgert Hauffe, deshalb spricht er das Problem auch immer wieder an. „Das ist doch gerade die Zeit, in der die meisten Leute unterwegs sind“, sagt er. Für viele Wanderer sei der Weg für die Hin- und Rücktour zu weit. „Also steigen etliche Leute unterwegs in den Bus ein.“ Aber in welchen, wenn am Wochenende entlang des Erzgebirgskammes gar keiner fährt?

Hauffe warnt davor, im öffentlichen Personennahverkehr nur die wirtschaftliche Seite zu betrachten. Sicher lohne es sich nicht immer, Busse auf dieser Strecke fahren zu lassen. Aber es seien auch schon entsprechend des Bedarfs früher Kleinbusse eingesetzt worden. Außerdem werde das Gebiet abgehängt, wenn es an Mobilität fehlt.

Deshalb ist Hauffe wenigstens froh, dass der Skibus wieder fahren soll und zwar genau dann, wenn die meisten Gäste in der Region sind: zwischen 22.Dezember und 6.Januar sowie zwischen 1. und 17.Februar 2013.

Der Tourismusgemeinschaft Silbernes Erzgebirge ist es kurz vor knapp wieder gelungen, das Geld dafür zusammenzubekommen. Geschäftsführer Karsten Gräning ist die Erleichterung anzumerken. Jedes Jahr wieder geht der Kampf ums Geld von vorne los. Knapp 37000Euro sind nötig, um wenigstens eine Mini-Busvariante über den Kamm anbieten zu können.

Gräning zufolge unterstützen auch in der dritten Saison die beiden Verkehrsverbünde Oberelbe und Mittelsachsen finanziell das Projekt. Er hofft auch wieder, dass sich die beiden Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen beteiligen. „Den Großteil der Kosten tragen aber der Regionalverkehr Dresden und der Regiobus Mittelsachsen“, sagt Gräning. Sie müssen quasi das Geld einfahren, indem möglichst viele Gäste einsteigen. Es gilt wie in der Vorsaison der Bus-Tarif.

Damals sind in den Winterwochen knapp 5.300 Passagiere mitgefahren. Der gefragteste Tag war der Statistik zufolge der 22.Februar 2012, es war Aschermittwoch und natürlich ein Ferientag in Sachsen.Und das SZ-Archiv verrät: Es lag um diese Zeit ordentlich Schnee im Osterzgebirge, fast einen Meter hoch. An diesem einzigen Tag sind auf der Linie 220Leute mitgefahren, pro Strecke im Schnitt 28. Das ist ein Spitzenwert. Sonst waren es statistisch gesehen im Mittel 16Passagiere pro Fahrt.

Die Region wünscht sich mehr

„Wir waren eigentlich mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Gräning. Fügt aber hinzu: „Immer unter der Maßgabe, dass sich das Angebot weiterentwickeln muss.“

Ortsvorsteher Hauffe aus Rehefeld würde das begrüßen. „Wenn es zumindest erst einmal noch einen Wanderbus in den Sommerferien geben würde“, sagt er, „das wäre schon gut.“ Aus seiner Erfahrung würde es sogar noch mehr bringen, so einen Bus auch in den Oktoberferien fahren zu lassen. Hauptsache, so Hauffe, die Aktion schläft nicht gleich wieder ein.

Eigentlich läuft das Angebot von Anfang an unter dem Namen „Ski- und Wanderbus“. Doch bis zum Wanderangebot kam es bislang nie – aus Kostengründen.

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