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Sonntag, 27.09.2009 Zittau

Sind in Zittau Katzenfänger unterwegs?

Von Matthias Klaus

Drei Wochen ist es nun her, dass Flöhchen verschwand. „Sie kam eines Abends einfach nicht mehr rein“, erzählt Renate Wohlgemuth. Trotz der langen Zeitspanne gebe sie die Hoffnung nicht auf, stehe jeden Abend an der Haustür und halte Ausschau. „Aber wahrscheinlich hab ich keine Chance“, resigniert die Zittauerin traurig.

Flöhchen–offenbar kein Einzelfall. Nach SZ-Informationen sind in Zittau in den vergangenen Tagen und Wochen mindestens zwölf Katzen auf mysteriöse Art und Weise verschwunden, vor allem im Weinauviertel, wo auch Flöhchen zu Hause war.

Bei der Polizeidirektion (PD) Oberlausitz-Niederschlesien sind keine Anzeigen wegen verschollener Katzen eingegangen. „Verschwundene Katzen stellen in diesem Sinn auch keinen Straftatbestand dar, es sei denn, man geht von Diebstahl aus“, schildert PD-Sprecher Uwe Horbaschk. Eine Katze, sagt er, könne ja durchaus mal ein paar Tage verschwinden,eine Anzeige deshalb mache aus seiner Sicht daherkeinen Sinn.Anders stelle sich die Situation dar, wenn es sich um einen offensichtlichen Fall von Tierquälerei handelt. „Wenn eine Katze zum Beispiel mehrmals verletzt nach Hause kommt oder ihr der Tierarzt Luftgewehrkugeln herausoperieren musste, würden wir der Sache nachgehen“, sagt Uwe Horbaschk. Derweil existieren eine ganze Reihe von Gerüchten über ominöse Fellhändler, die Katzen einfangen und ihre Felle zu Rheumadecken verarbeiten lassen.

„Trotz langjähriger Recherchen konnte kein Netz von Tierdieben aufgedeckt werden“, heißt es dazu beim Deutschen Tierschutzbund. Dass Katzenhasser viele Katzen in ihrer Umgebung umbringen, könnte eine regionale Häufung des Verschwindens erklären, so der Verein. Es gebe zudem viele andere Gründe, warum Katzen verschwinden: Verkehrs- und Jagdopfer, Fundkatzen im Tierheim, nach denen sich niemand erkundigt, und, und, und.

Renate Wohlgemuth hat derweil nur einen Gedanken: „Was immer Flöhchen passiert sein mag: Ich hoffe, sie hat nicht gelitten.“ Die Zittauerin hat in ihrem Haus noch acht weitere Katzen, aufgenommene Streuner. „Ihnen geht es bei mir sehr gut“, versichert Renate Wohlgemuth. Sie passt auf die Samtpfoten nun besonders gut auf, wenn sie nach draußen gehen. „Ich hoffe“, sagt Renate Wohlgemuth, „alle anderen Katzenbesitzer in Zittau tun das bei ihren Tieren auch.“