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Samstag, 08.04.2017

Silber für Starkes aus Äpfeln

Seit zwei Jahren wird in Struppen Cider hergestellt. Jetzt gab es für den Schaumwein einen Preis.

Von Katahrina Klemm

Stolz nahm Steve Eglin den silbernen Apfel für seinen selbst hergestellten Goldcider entgegen.
Stolz nahm Steve Eglin den silbernen Apfel für seinen selbst hergestellten Goldcider entgegen.

© Foto: privat

Struppen. Nun ist es offiziell. Der Goldcider der Pirn’schen Kälterei zählt europaweit zu den Besten. Bei der diesjährigen Preisverleihung Pomme d’Or des Vereins Apfel-Compagnie Ende März in Frankfurt am Main wurde das in Struppen hergestellte alkoholische Getränk mit einem Pomme d’Argent, einem silbernen Apfel, ausgezeichnet. Steve Eglin hatte sein Produkt in der Kategorie Apfel-Schaumweine, Apfelsekt und Cider eingereicht.

Der Struppener freut sich über den Preis. „Es ist eine internationale Anerkennung, das ist wunderbar“, sagt er. Denn nicht nur Hersteller aus Deutschland und Europa reichten ihre Produkte ein. Auch Apfelwinzer aus Kanada und Japan stellten sich der professionellen Beurteilung. Neun Juroren verkosteten die Getränke blind, also, ohne etwas über die Produkte zu wissen. Sie bewerteten Kriterien wie Farbe, Duft, Fruchtigkeit, aber auch das Verhältnis von Süße und Säure. Erzielte ein Produkt 42 bis 49 Punkte, erhielt es einen Pomme d’Argent – wie der Goldcider. Bei 50 bis 56 Punkten gab es den Pomme d’Or.

Die fruchtige Auszeichnung steht nun bei Steve Eglin auf dem Schreibtisch. Doch fast noch besser als die Auszeichnung war für den jungen Apfelwinzer der Kontakt zu anderen Herstellern. Da die Auszeichnung im Rahmen der Messe Apfelwein International stattfand, konnte er mit vielen Kollegen ins Gespräch kommen. „Für mich ist es die größte Inspiration, mit anderen Herstellern zu reden“, sagt Steve Eglin. Man tausche sich aus und erfahre, wie andere ihre Produkte kreieren. Dann bekomme er immer Lust, die neu kennengelernten Kollegen zu besuchen.

Erst kürzlich hat der 29-jährige gebürtige Naundorfer den im letzten Herbst angesetzten Cider in Flaschen gefüllt. Jetzt muss das spritzige Getränk dort noch einige Monate reifen. In der einstigen Fleischerei neben dem Mittelgasthof, wo er sein Start-up gründete. Für Steve Eglin kehrt nun Ruhe ein. Vielleicht findet er ja Zeit, um zu reisen und Winzerkollegen zu besuchen.