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Mittwoch, 24.12.2008

Siesta! Bürgermeister legt Chemnitz still

CHEMNITZ - Siesta statt Fiesta - das schwebt Bürgermeister (BM) Miko Runkel (48, parteilos) im neuen Jahr für Chemnitz vor. Er will eine Mittagsruhe in der Stadt einführen. Heißt: In dieser Zeit dürfen die Chemnitzer weder hämmern noch Rasen mähen. Jetzt muss der Stadtrat noch seinen Segen geben.

Von Anke Schröck

Im Januar schlägt Ordnungsbürgermeister Runkel dem Stadtrat eine neue Polizeiverordnung vor. Die größte Änderung wird wohl die neue Mittagsruhe, die er einführen will. „Das ist dem Ruhebedürfnis der Leute geschuldet“, erklärt Miko Runkel. Zuletzt habe es massiv Beschwerden wegen Ruhestörungen in der Mittagszeit gegeben.

Nun will er den Chemnitzern eine Siesta von Amts wegen verordnen. Runkel: „Wir schlagen in der Polizeiverordnung eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr vor.“ Heißt: „In dieser Zeit darf man keinen Lärm machen, zum Beispiel durch Rasen mähen oder sägen“, erklärt Runkel. Dies gilt aber nur für private Haushalte. Firmen sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Bislang war nur die Nachtruhe von der Stadt festgelegt - von 22 bis 6 Uhr durfte man schon keinen Lärm machen. Hält man sich nicht daran, drohen Bußgelder.

In anderen sächsischen Großstädten gibt es die Mittagsruhe schon länger. In Zwickau und Leipzig darf man in der Woche von 13 bis 15 Uhr keine lärmenden Garten- und Hausarbeiten ausführen. In Dresden gibt es diese Siesta-Regel an Sonnabenden.

In Chemnitz will Bürgermeister Runkel auch noch einige andere Vorschriften verschärfen - wie den Leinenzwang. „Dieser gilt bislang nur für Fußgängerzonen und Parks. Wir wollen ihn jetzt auch für öffentliche Straßen einführen“, sagt Runkel. Als Ausgleich wird die Zahl der Hundewiesen verdoppelt. Außerdem soll es Öffnungszeiten für Spielplätze geben.