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Samstag, 04.06.2016

Siegerentwurf auch Publikumsliebling

Festlich, modern, selbstbewusst – den Stadträten gefällt die neue Fassadengestaltung zum Palais Riesch. Allerdings gibt es auch Kritik.

Von Julia Vollmer

So sieht der Sieger-Entwurf des Palais von Nöfer Architekten aus.
So sieht der Sieger-Entwurf des Palais von Nöfer Architekten aus.

© Visualisierung: CG-Gruppe

Der Siegerentwurf für Palais Riesch von den Nöfer Architekten ist auch der Liebling bei der nicht repräsentativen Befragung auf sz-online.de. Über die Hälfte der bis Freitagnachmittag rund 550 Befragten favorisieren den modernen Entwurf mit abgesetztem Sockel und deutlichen Vorsprüngen in der Mitte. Auch für seine Gestaltung der „Wettiner Höfe“ in der Wilsdruffer Vorstadt hatte Architekt Nöfer schon zuvor viel Lob von Fachleuten und der Öffentlichkeit bekommen.

Auf der Website der Sächsischen Zeitung äußerte sich ein Leser kritisch. „Für eine ordentliche Beurteilung hätten sämtliche Entwürfe der Allgemeinheit vorgezeigt und die Ansichten zusätzlich in Frontalperspektive dargestellt werden müssen.“

Thomas Löser, Bausprecher der Grünen-Ratsfraktion ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Der Siegerentwurf vermittelt einen festlichen Eindruck, der den Charakter eines Palais gekonnt durch historische und zeitgenössische Elemente aufleben lässt“, betont er. Die „leicht geschwungene“ Gliederung der Fassade und die interessanten architektonischen Details könnten auf eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und der Fachwelt hoffen, sagt der Politiker.

Die Linke lobt vor allem die Eleganz der Loggien beim prämierten Sieger. Stadtrat Tilo Wirtz, der Mitglied der Jury war: „Mit Respekt nimmt der prämierte Fassadenentwurf die Gliederung der leider zerstörten Fassade des alten Palais Riesch auf und denkt das Bauwerk gleichzeitig selbstbewusst nach vorne.“ Die Geschosshöhen und großzügigen Fenster würden den modernen Ansprüchen an helle Innenräume genügen. „Ich finde, der Fassadenentwurf ist in der Nachfolge dem verlorenen Bauwerk würdig und wird das Stadtquartier architektonisch bereichern“, so Wirtz.

Nicht ganz so euphorisch, aber auch zufrieden äußerte sich Gunter Thiele, baupolitischer Sprecher der CDU im Stadtrat. „Der Entwurf ist gut, ich würde mir aber gerne einige Details wie die Dachgauben und das Dach genauer anschauen und noch mal Rücksprache mit Experten halten, bevor ich mir eine abschließende Meinung bilde.“