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Dienstag, 29.12.2015

Serkowitzer Gesichter auf Flaschen

Im Lügenmuseum im Gasthof Serkowitz trifft sich Radebeuls Künstlerwelt.

Von Lilli Vostry

Lügenmuseumsbetreiber Reinhard Zabka zeigt die Idee des Radebeuler Fotografen André Wirsig – besondere Flaschen mit Porträts von Einheimischen.
Lügenmuseumsbetreiber Reinhard Zabka zeigt die Idee des Radebeuler Fotografen André Wirsig – besondere Flaschen mit Porträts von Einheimischen.

© Norbert Millauer

Radebeul. Zwei große Ausstellungen gehen am heutigen Dienstag mit einer Abschlussveranstaltung zu Ende. Die Finissagen der Open-Air-Ausstellung auf dem Dorfanger und des Einheits-Labyrinths im Lügenmuseum sind heute, 17 Uhr, im Gasthof Serkowitz.

Und so wird der Besucher empfangen: Gleich neben dem Eingang zum Lügenmuseum tummelt sich fast die ganze Dorfgemeinschaft von Serkowitz. Kleine und große Bewohner stehen samt ihren Haustieren Spalier. Sie zeigen sich mit Wellensittich, Katzen, Hunden, Hasen und Ziegen in einem besonderen fotokünstlerischen Projekt. Die Gesichter von Serkowitzern zieren nun farbreich die Etiketten von Weinflaschen und sind ein Blickfang der Ausstellung „ach – die Heimat“. Die Open-Air-Schau eröffnete anlässlich des Jubiläums „700 Jahre Serkowitz“ im Herbst.

Für sein „flüssiges Einwohnerregister“ sprach der Radebeuler Fotograf André Wirsig mit Bewohnern von rund 15 Höfen über dörfliches Leben einst und heute.

Die Betrachter schmunzeln, wenn sie in der Porträt-Installation aus 60 Flaschen Bekannte und Nachbarn entdecken, und man kommt über die Kunst miteinander ins Gespräch. Insgesamt neun Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten rund um den alten Serkowitzer Gasthof.

Da erinnern installierte Fischernetze aus filigranem Maschendraht in einem Vorgarten an die Flut und gefaltete Objekte an Segel, die der Künstler Jens Gebhardt aufstellte. Zischen Bäumen auf einer Leine flattern weiße Wäschestücke im Wind, die Ljuba Schmidt aufhängte. Auf einer Wiese vor einer Eiche auf dem Dorfanger steht eine steinerne Bank mit der märchenhaften Aufschrift „Es war einmal ...“. Sie lädt ein zum Sitzen, Verweilen und Erinnern. „Mit der Bank steht etwas Bleibendes da, auch als eine Hoffnung und Vision, dass die Welt schöner wird“, sagt der junge Künstler Levi Wolffe.

An einer Hoftoreinfahrt sind farbige Grafiken und Aquarelle mit Dorfansichten und Lößnitzlandschaften von André Uhlig zu sehen. Vieldeutig-offene Kreisformen der Künstlerin Annette Munk an der Seitenfassade des Gasthofs geben der Betrachterfantasie Spielraum. Zu sehen sind außerdem Malerei, Objekte und Installationen in der Ausstellung „Labyrinth Deutsche Einheit“. Treff ist im Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Straße 39, in Radebeul.