erweiterte Suche
Mittwoch, 24.05.2017

Semper-Club will altes Palais wieder

Die Lingnerstadt wird bald modern bebaut. Auch ein früher bedeutendes Gebäude der Neorenaissance soll Platz finden.

Es war ein bedeutendes Zentrum jüdischer Kultur. Der Bankier Martin Wilhelm Oppenheim ließ ein nach ihm benanntes Palais zwischen 1845 und 1848 von Gottfried Semper an der Südwestseite des Blüherparks zwischen St. Petersburger und Zinzendorfstraße bauen. Es gibt in Dresden einen Semper-Club, der sich mit dem Leben und Wirken des bedeutenden Architekten befasst. Der setzt sich jetzt für den Wiederaufbau des Palais ein. Begründet wird dies mit dem hohen baukünstlerischen Wert des Gebäudes, welches für vergleichbare Objekte der Neorenaissance deutschlandweit als Vorbild betrachtet wurde, sowie wegen seiner Funktion als Treff für jüdisch-sächsische Kultur. Der Vereinsvorsitzende Lucas Müller möchte, dass das historische Grundstück möglichst bald gesichert wird und dass archäologische Grabungen beginnen. Unterstützung bekommt der Semper-Club dabei von der Gesellschaft Historischer Neumarkt. Das ursprüngliche Palais war nach dem Bombenangriffen im Februar 1945 abgebrannt. Alle Bemühungen, die Ruine für einen späteren Wiederaufbau, der möglich gewesen wäre, zu erhalten, scheiterten. 1952 wurde sie abgerissen.

Mit einer Rekonstruktion des Palais Oppenheims könnte die historischen Bedeutung des Viertels gewürdigt werden. Demnächst will die Immovation AG in der Lingnerstadt auf dem früheren Robotron-Areal einen modernen Stadtteil errichten. (SZ/lk)