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Montag, 04.04.2016

SEK holt Besetzer von der Förderbrücke

Am Nachmittag beendet die Polizei die Aktion von drei Aktivistinnen im Tagebau Nochten. Die sitzen jetzt in Haft.

Die Förderbrücke vom Typ F60 im Tagebau Nochten.
Die Förderbrücke vom Typ F60 im Tagebau Nochten.

© Archiv: Rolf Ullmann

Nochten. Gegen 15.30 Uhr beendete am Montag die Polizei die Besetzung einer Förderbrücke im Tagebau Nochten. Einsatzkräfte des sächsischen Spezialeinsatz-Kommandos durchtrennten die Metallrohrkonstruktionen, mit denen sich die Aktivisten angekettet hatten und führten sie von der Maschine, teilt die Polizei mit. Besondere Vorkommnisse habe es dabei nicht gegeben, auch verletzt wurde nach jetzigen Erkenntnissen niemand. Vattenfall hat Anzeige erstattet, außerdem ermittelt das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei. Da die drei Aktivistinnen bislang keine Angaben zu ihren Personalien machten, nahmen die Beamten die Frauen vorläufig fest.

Am frühen Montagmorgen hatten die Frauen einen Teil des Tagebaus Nochten besetzt. „Die Polizei kann bestätigen, dass drei vermummte Aktivisten sich an die Abraumförderbrücke F60 gekettet haben“, hieß es von der Polizei. Die drei hatten außerdem ein Banner aufgehängt mit der Aufschrift „Wann begreift ihr endlich, dass man Geld nicht essen kann?“. Mit ihrer Aktion wollten sie auf die lokalen und globalen Folgen der Kohleverstromung aufmerksam machen. Das Transparent soll laut dem Internetblog der Aktivisten bereits am Morgen wieder abgenommen worden sein.

Hinter der Aktion steckt wahrscheinlich die Gruppe Lautonomia, die sich gegen den Braunkohleabbau in der Lausitz engagiert. Bereits vor einigen Wochen haben Lautonomia-Aktivisten mehrere Bäume am Rand des Tagebaus Nochten bei Mühlrose besetzt. Nach eigener Aussage sollen die Baum-Besetzer allerdings nicht an der Besetzung der Förderbrücke beteiligt gewesen sein. „Wir haben auch erst Montagmorgen von der Aktion an der Förderbrücke erfahren“, sagt einer der Baum-Besetzer gegenüber der SZ.

Vattenfall hatte die Aktivisten an der Förderbrücke im Laufe des Tages zunächst aufgefordert, das Gelände zu verlassen. „Sie haben sich ein weiteres Mal in eine Gefahr gebracht, die sie nicht abschätzen können“, sagte Vattenfall-Sprecher Thomas Schirmer. „Das ist kein Klettergerüst, sondern eine große Maschine, mit der man sich auskennen muss.“ Die Aktivisten hatten sich auf einem Ausleger in etwa 60 Meter Höhe an die Stahlkonstruktion gekettet. Nach zehn Stunden kam dann die Polizei. (szo)