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Samstag, 20.02.2016

Sechs Dealer am Wiener Platz festgenommen

Erneut kontrollieren Polizisten Dresdens Drogenschwerpunkt Nummer eins. Die Delinquenten lassen sich davon kaum beeindrucken.

Von Julia Vollmer und Tobias Wolf

© Symbolbild: dpa

Sie wissen, dass sie immer wieder freikommen und probieren es einfach noch mal. Die Drogendealer am Wiener Platz sind mittlerweile zu einem Sicherheitsproblem geworden. Erst am Donnerstag rückte die Dresdner Polizei wieder einmal in Mannschaftsstärke zur Kontrolle am größten Drogenumschlagplatz der Stadt aus. Sechs Dealer nahmen die 40 Beamten, darunter zivile Spezialfahnder, vorübergehend fest. 22 Menschen waren kontrolliert worden.

Gegen die Männer im Alter zwischen 22 und 37 Jahren wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zur Nationalität der Delinquenten machte die Polizei am Freitag keine Angaben. Mutmaßlich handelt es sich jedoch um Täter aus nordafrikanischen Ländern, während die Käufer der Drogen in der Regel Deutsche sind. Bei den sechs Festgenommenen fanden die Polizisten vor allem Haschisch, teilte Polizeisprecher Marko Laske mit. Bei anderen Razzien tauchten auch schon härtere Drogen wie Crystal Meth auf. Es ist bereits die vierte Razzia in diesem Jahr auf dem Wiener Platz. 24 Straftaten stellten die Beamten dabei fest. In den meisten Fällen handelte es sich um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, so Laske weiter.

2015 gab es 25 Großeinsätze am Eingang zur Prager Straße. Dennoch reicht das offenbar nicht aus, die Dealer langfristig zu vertreiben. Zuletzt gab es parteiübergreifend Forderungen nach einer verstärkten Videoüberwachung in dem Bereich. Experten von Polizei und aus dem Sicherheitsgewerbe halten dies für kaum umsetzbar, weil der Platz zu verwinkelt sei, um ihn sinnvoll mit Kameras abzudecken. Außerdem würde eine Videoüberwachung die Dealer zwar verdrängen. Der Drogenschwerpunkt würde sich dadurch aber nur woandershin verlagern.

Die Dealerszene vor dem Hauptbahnhof ist inzwischen auch ein Sicherheitsproblem für Gewerbetreibende, ihre Mitarbeiter und Kunden geworden. Dagegen versuchte das City-Management auch mit der sogenannten City-Streife vorzugehen. Zwar war das Ende Januar ausgelaufene Pilotprojekt aus Sicht der Organisatoren ein voller Erfolg. Auch weil die Drogendealer am Wiener Platz dadurch stärker unter Druck gerieten. Allerdings ist immer noch nicht klar, ob die City-Streife ab März wieder eingesetzt werden kann. Die Finanzierung durch die Händler entlang der Prager Straße ist bislang noch nicht gesichert.