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Freitag, 06.10.2017

Sebnitz bekommt mehr Geld – und gibt es nicht aus

Bei den Firmen läuft es so gut, dass die Stadt Sebnitz über eine halbe Million mehr in der Kasse hat. Fraglich ist, ob der Trend anhält.

Von Dirk Schulze

© Symbolfoto: dpa

Sebnitz. Die Stadt wird in diesem Jahr deutlich mehr Steuern einnehmen als erwartet. Allein bei der Gewerbesteuer rechnet das Rathaus mit Mehreinnahmen von rund 600 000 Euro. Statt der im Haushalt eingeplanten 2,4 Millionen Euro werde die Summe zum Jahresende bei 3,05 Millionen Euro liegen. Das geht aus dem Halbjahresbericht hervor, den Kämmerer Sascha Herlitze kürzlich den Sebnitzer Stadträten vorstellte. Der Grund für diesen drastischen Anstieg ist eine deutlich höhere Vorauszahlung von in der Stadt ansässigen Firmen. Ob dafür ein oder mehrere Unternehmen verantwortlich sind und um welche es sich handelt, darüber gibt es seitens der Verwaltung keine Angaben.

Es ist zudem nicht vorhersehbar, ob sich die Einnahmen dauerhaft auf dem höheren Niveau einpendeln oder ob es sich um einen einmaligen Effekt handelt, erklärte der Stadtkämmerer. Dementsprechend vorsichtig bleibt die Stadt bei ihrer Finanzplanung, um das Risiko drohender Rückzahlungen gering zu halten. „Nach wie vor ist jede Ausgabe vor ihrer Tätigung durch die jeweiligen Fachbereiche über die Amtsleiter und den Kämmerer beim Oberbürgermeister zu beantragen“, heißt es im Halbjahresbericht. Auch bei der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer rechnet Sebnitz mit zusammen 150 000 Euro mehr zum Jahresende – ein Zeichen für die gute Lage am Arbeitsmarkt. Keinen wesentlichen Unterschied zwischen Plan und Ist gibt es hingegen bei der Grundsteuer.

Mit Stand vom 30. Juni liegen die Stadtfinanzen bei einem Plus von 2,7 Millionen Euro. Dieser rechnerische Wert wird sich bis zum Jahresende aber nicht aufrechterhalten lassen, denn viele Rechnungen für das gesamte Jahr gehen naturgemäß erst im dritten Quartal im Rathaus ein. Insgesamt rechnet die Stadt aber trotz allem mit einem positiven Ergebnis.

Zu optimistisch war die Planung offenbar im Bereich der städtischen Freizeitbetriebe. Das Kräutervitalbad, die Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse sowie das Sport- und Freizeitzentrum Solivital können ihre geplanten Erträge bis zum Jahresende nicht in voller Höhe erwirtschaften, heißt es in dem Bericht.