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Mittwoch, 02.05.2012

Schwulen-Hetze: CDU-Stadtrat bringt Sachsen-Union in Verruf

Ein Provinzpolitiker bringt eine ganze Partei ins Schwitzen: Mit schwulenfeindlichen Äußerungen sorgt der Plauener CDU-Stadtrat Dieter Blechschmidt für bundesweite Schlagzeilen - er wettert sogar gegen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP).

Von Juliane Morgenroth

Plauen. Dass sich in der sächsischen CDU auch rechtskonservative Ansichten tummeln, ist spätestens seit der Gründung der „Aktion Linkstrend stoppen“ bekannt. Jetzt sorgt Blechschmidt, auch Pressesprecher der Fraktion, für Wirbel. Schnell verbreiteten sich seine „Facebook“-Äußerungen: „(...) Natürlich können Schwule und Lesben zunächst mal nichts für ihre Krankheit (...). Doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern den Betroffenen sollte Hilfe angeboten werden.“

Im „Vogtland-Anzeiger“ legte er nach, verglich Homosexualität mit der Alkoholkrankheit - beides sei heilbar. Schwulsein sei kein körperliches Leiden, sondern habe psychische Ursachen. Und Guido Westerwelle sei als Außenminister keine gute Wahl. Denn er frage sich, wie ein Schwuler Deutschland in Arabien repräsentieren solle, wenn dort Homosexuellen die Todesstrafe drohe.

Der Plauener SPD-Stadtrat Benjamin Zabel forderte eine Entschuldigung oder Rücktritt. CDU-Kreis-Chef Sören Voigt distanzierte sich: „Die Meinung ist in keinster Weise Auffassung der CDU Vogtland.“ CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer sprach von einer „Einzelmeinung“. Tilmann Loos, Mitglied des Linke-Landesvorstandes: „Die sächsische CDU scheint ganz offenkundig ein Problem mit homophoben Lokalpolitikern zu haben.“ Er verwies auf den Chemnitzer CDU-Mann Kai Hähner, der 2010 Homosexualität als „Abnormalität“ bezeichnete.

Fakt ist: Im November konnte sich die CDU nicht dazu durchringen, einen Passus ins neue Parteiprogramm aufzunehmen, wonach die CDU auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften respektiert.