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Mittwoch, 10.01.2018

Schwarz sehen bei der Schauburg-Sanierung

Das Programmkino wurde nun aufgestockt. Wann die Sanierung abgeschlossen ist, bleibt aber weiterhin unklar.

Von Sarah Herrmann

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Die Schauburg hat einen Aufbau erhalten. Auf der schwarzen Fassade prangt der Name des Programmkinos.
Die Schauburg hat einen Aufbau erhalten. Auf der schwarzen Fassade prangt der Name des Programmkinos.

© Christian Juppe

Ganz schön viele Farben gibt es derzeit an der Schauburg zu bestaunen. Während ein Teil der Fassade bereits einen frischen Anstrich in Rostbraun erhalten hat, ist am Rest noch der etwas dunklere und teilweise beschmierte Anstrich zu sehen. Seit Neuestem werden die beiden Rostbraun-Töne nun auch noch von einem Schwarz ergänzt. In diesem dunklen Ton wurde der Aufbau gestrichen, in dem sich einer der beiden neuen Kinosäle befindet. Auch die Miene des einen oder anderen Betrachters verdunkelt sich, wenn er den Aufbau auf dem Denkmal an der Ecke Königsbrücker Straße/Bischofsweg sieht.

Auf der Internetseite Deutsches Architekturforum gibt es Kritik von Anwohnern. „Ich habe wirklich versucht, dem Umbau etwas Positives abzugewinnen, da ich das Ding täglich vor Augen habe. Allein, es ist mir nicht gelungen“, schreibt ein Nutzer, der sich Antonstädter nennt.

Die Mitarbeiter des Kulturamts können der Aufstockung hingegen etwas Positives abgewinnen. Dadurch werde das Gebäude noch prägnanter. Die Arbeiten seien im Detail mit dem Denkmalschutzamt abgestimmt worden. Eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes sei den Mitarbeitern lieber gewesen, als ein Eingriff in die historische Bausubstanz im Inneren, teilt Stadtsprecherin Anke Hoffmann mit.

Bauarbeiten verzögern sich erneut

Die Stadt wollte vor allem, dass der Kinobetrieb in Dresdens ältestem Kino weitergehen konnte. Allerdings war der Bau in die Jahre gekommen und so nicht mehr konkurrenzfähig. Zuletzt wurde das 1927 errichtete Gebäude in den 90er-Jahren aufgefrischt. Seit Mai vergangenen Jahres wird erneut am Kino gewerkelt. Nach der Generalüberholung wird es für den Zuschauer so einige Veränderungen geben. Dafür werde ein niedriger Millionenbetrag investiert.

So ist nicht nur unter dem Dach der Schauburg ein neuer Kinosaal entstanden. Auch unterirdisch sollen bald Filme über die Leinwand flackern. Die Zuschauer können also demnächst in fünf statt drei Sälen Platz nehmen. Da die bestehenden Räume generalüberholt werden und der Abstand zwischen den Sitzreihen danach größer ist, erhöht sich die Anzahl der Sitzplätze dennoch nicht dramatisch. Eigentlich sollten Filmfreunde schon längst wieder darauf sitzen.

Die Wiedereröffnung der Schauburg war pünktlich zum 90. Geburtstag im Oktober 2017 geplant. „Dieses ambitionierte Ziel können wir nicht halten“, sagte Betreiber Stefan Ostertag kurz vor der Geburtstagssause. Zuletzt sprach er davon, dass der reguläre Betrieb – zunächst allerdings nur in zwei Sälen – im Dezember wieder aufgenommen werden soll. Alle Arbeiten sollten dann Anfang dieses Jahres beendet sein.

Doch noch immer finden nur regelmäßige Veranstaltungen vor der Leinwand statt. Auf der Internetseite können Interessierte sich bislang noch kein Programm anzeigen lassen. Ostertag lässt Anfragen der Sächsischen Zeitung unbeantwortet. So bleibt nicht nur unklar, wann der reguläre Kinobetrieb wieder aufgenommen werden soll. Auch über den aktuellen Baustand herrscht Stillschweigen. Im Oktober hatten die Arbeiten für den unterirdischen Saal noch nicht einmal begonnen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Verzug

    Auf die Bausumme umgerechnet, sind das jetzt schon BER-Dimensionen?

  2. so ä dresdner

    also mir gefällts. Die alte Dachlösung im Bestand sah für mich immer etwas behelfsmäßig aus, mit der neuen prägnanten Ecke ist es eindeutig besser, vom Städtebau her. Mal sehen ob die Aufstockung dann noch mit Materialität und Detailliebe zu punkten versteht.

  3. Robby

    "noch prägnanter" - ja klar - die Bude hat nen fetten scharzen Kasten an einer großen Kreuzung aufgesetzt bekommen. Logisch ist das prägnant - aber noch lange nicht ästhetisch oder architektonisch/städtebaulich wertvoll. Was den dunklen Aufbau an sich noch erträglich machen könnte, macht die Unmöglichkeit und Scheußlichkeit dieser überbordenden Gebäudetechnik, die unverkleidet auf dem Kasten drauf sitzt, komplett schlimm. Das sieht von allen Seiten so "russisch" aus, als wär das nur ne Notlösung und nicht ernsthaft etwas dauerhaftes. Wer sowas plant und auch noch genehmigt, müsste seinen Studienabschluss abgeben. Haben die Eigentümer denn garkein Gefühl für Ästhetik und die Neustadt?

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