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Freitag, 08.12.2017

Schulplatz ist nur eine Notlösung

Das Rathaus hat die Wochenmarkt-Händler befragt. Fast alle wollen ab der nächsten Woche zurück auf den erneuerten Kamenzer Marktplatz.

Von Frank Oehl

Gemütlich und familiär – so schätzen viele Kunden den Wochenmarkt auf dem Schulplatz ein. Das nützt den Hauptakteuren aber nicht viel. Die Händler, so eine Befragung
Gemütlich und familiär – so schätzen viele Kunden den Wochenmarkt auf dem Schulplatz ein. Das nützt den Hauptakteuren aber nicht viel. Die Händler, so eine Befragung

© Matthias Schumann

Kamenz. SZ-Leserin Christina Schelske aus Kamenz hatte jetzt am SZ-Lesertelefon angeregt, den Wochenmarkt generell auf den Schulplatz zu verlegen. Hier ist dieser bis zur Rückübergabe des rekonstruierten Marktplatzes am Rathaus immer donnerstags zu finden. Also nicht mehr lange, was manche Kunden durchaus bedauern. Der Wochenmarkt habe dort ein gemütlicheres, familiäres Flair, so Frau Schelske und andere. Die SZ-Redaktion hat die Anfrage an das Rathaus weitergegeben und nun die Antwort auf dem Tisch. „Der Wochenmarkt zieht zurück an den Markt, weil die befragten Händler dies so wollen“, so OB Roland Dantz. Insbesondere die Fleischer, die ja an mehreren Tagen ihre Verkaufswagen auffahren, votierten dafür, was verständlich ist. Warum sollte der Frischemarkt am Rathaus und der Wochenmarkt an anderer Stelle stattfinden? Denn eines habe ja auch die Befragung der Händler und Gewerbetreibenden ergeben: Kamenz hat eine halbe Million Euro für die Belebung des Marktes in die Hand genommen – und am belebtesten war die Innenstadt bisher stets am Donnerstagvormittag.

Zum Parken geeignet

Die Stadt nimmt das Interesse an einer weiteren Schulplatzbelebung aber auf. Zum Beispiel könnte man den Wochenmarkt ja an beiden Stellen gleichzeitig stattfinden lassen. „Allerdings reicht das abgefragte Händlerinteresse dafür bisher nicht aus“, so Dantz. Eine Teilung würde ja nur Sinn machen, wenn zehn bis 15 Stände oben aufschlagen würden. Doch selbst für einen monatlichen Frischemarkt an der grünen Schule habe sich bisher nur ein einziger erwärmen können. Gleichwohl wäre der Schulplatz immer eine Notlösung, wenn es am Markt zu eng würde. „Außerdem wollen wir mit dem City-Management und der City-Initiative Möglichkeiten für spezielle Angebotsevents auf dem Schulplatz ausloten.“ Eine andere Frage ist die Parkplatz-Not in der Innenstadt. Die Idee von Frau Schelske könnte nämlich im umgekehrten Sinne durchaus Sinn machen, heißt es. An den Markttagen wäre der Schulplatz zum Parken geeignet, falls der Stadtrat dafür ein gutes Konzept auf den Weg bringt. Und das kann schneller nötig sein, als mancher denkt. Wenn ab März/April Wall- und Grüne Straße gleichzeitig saniert werden, fallen garantiert Parkplätze auf der Bautzner Straße weg. Dann würde der Schulplatz dringend gebraucht.

Am Lesertelefon hat sich jetzt auch City-Managerin Anne Hasselbach zu Wort gemeldet: „Mit der facettenreichen Einkaufsnacht vor ein paar Tagen und dem Ab-in-die-Mitte-Preis geht für mich ein unglaublich bewegendes Jahr zu Ende.“ Man spüre, Kamenz bewegt sich und bewegt etwas. Besonders deutlich sei dies in der positiven Wahrnehmung vieler Menschen, die von außen auf Kamenz blicken. „Ich möchte mich bei allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die mich glauben lassen, dass meine Arbeit als Citymanagerin durchaus Sinn macht und Früchte trägt, die mich unterstützen und sich nicht scheuen, selbst Verantwortung zu übernehmen.“ Nur im Zusammenspiel mit allen Akteuren der Innenstadt wachse das Miteinander in Kamenz, nur auf diese Weise würden „ungeahnte Kräfte freigesetzt“.