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Mittwoch, 02.08.2017

Schulen bekommen Bibliotheken

Nicht nur ein Bestand an aktuellen Büchern soll aufgebaut werden. Am 16. Oktober gehen die ersten in Betrieb.

Von Andreas Weller

Vor allem für Schüler der dritten und vierten Klasse sollen die Bücher in den künftigen Schulbibliotheken geeignet sein. Als Grundaussattung werden etwa 250Exemplare bestellt.
Vor allem für Schüler der dritten und vierten Klasse sollen die Bücher in den künftigen Schulbibliotheken geeignet sein. Als Grundaussattung werden etwa 250 Exemplare bestellt.

© dpa

Nur etwa 15 Prozent der Schulen in Deutschland haben eine Bibliothek, die den fachlichen Standards entspricht. Wie viele es in Dresden sind, ist unklar. Immerhin haben drei Viertel der 69 kommunalen Grundschulen angegeben, sie hätten eine. „Häufig ist das aber eine Abstellkammer mit gespendeten Büchern“, so Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch.

Deshalb gehen Klepsch und Arend Flemming, Chef der städtischen Bibliotheken, jetzt den „Dresdner Weg“. Ziel sei es, alle 139 kommunalen Schulen mit modernen Bibliotheken auszustatten. Das solle schrittweise erfolgen. Zunächst sind fünf geplant und bis Ende 2018 sollen es 20 sein. Das Geld dafür hat der Stadtrat zur Verfügung gestellt. Allerdings bleiben nur 5 000 Euro pro Bibliothek und Jahr. „Eine gut ausgestattete Bibliothek würde sonst etwa 50 000 Euro pro Jahr kosten“, so Flemming. Um Kosten zu sparen, setzt der „Dresdner Weg“ beim Ehrenamt an. Für jede Bibo müssen mehrere Freiwillige gefunden werden, die die Zeiten absichern.

Das Geld reicht dann für die Grundausstattung mit etwa 250 Büchern – darunter Reihen wie „Was ist was“ oder „Eintritt frei“ – die Verwaltung der Ehrenamtler und eventuell noch die Anschaffung eines Computers. Dazu kommt die professionelle Unterstützung der städtischen Bibliotheken. Jede der 19 Einrichtungen in den Stadtteilen und die Zentrale im Kulturpalast bekommt zunächst eine Art Patenschule. Die Profis sind auch für den Aufbau des Bücherbestands zuständig und helfen den Ehrenamtlern. Zudem zahlen öffentliche Bibliotheken zehn Prozent weniger pro Buch, trotz Buchpreisbindung.

Am 16. Oktober eröffnen die neuen Bibos an den Grundschulen: 113. in Johannstadt, 43. in Pieschen, Schönfeld, 129. in Strehlen und 81. in Plauen. „Wir konzentrieren uns bewusst zunächst auf Grundschulen, da es für die Kleinsten am schwierigsten ist, in Bibliotheken zu kommen“, so Klepsch. Wichtig sei, dass die Schulen in der gesamten Stadt verteilt sind. Wenn der Rat 2019 erneut Geld dafür einplant, soll das Projekt weiter ausgebaut werden.

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