erweiterte Suche
Freitag, 27.10.2017

Schokolade naschen ist erwünscht

In einer Schau im Naturkundemuseum Görlitz können Besucher aus Kakao eine Leckerei zaubern

Von Matthias Klaus

Museumssprecher Christian Düker macht es vor: Immer schön auf dem Mahlstein geröstete Kakaobohnen rollen, dann klappt es auch mit der Schokoladenherstellung.
Museumssprecher Christian Düker macht es vor: Immer schön auf dem Mahlstein geröstete Kakaobohnen rollen, dann klappt es auch mit der Schokoladenherstellung.

© pawel sosnowski/pawelsosnowski.c

Görlitz. Über neun Kilo Schokolade verputzt jeder Deutsche – laut Statistik – pro Jahr. Bevor Christian Düker diese Menge zusammenhat, muss er noch kräftig rollen. „Ganz schön schwer“, findet der Sprecher des Museums für Naturkunde Görlitz und hebt den Stößel aus Vulkangestein an. Auf einem Original-Mahlstein aus Mexiko vor ihm liegen geröstete Kakaobohnen. Die gilt es zu zerkleinern. Das so gewonnene mehr oder weniger feine Kakaopulver wird später mit Kakaobutter versetzt. Dann kommt noch etwas Zucker und Milchpulver dazu. „Das Ganze wird gut verrührt und in Förmchen gegossen. Am Ende kann man fünf Schokopralinen mitnehmen“, schildert Christian Düker, der erst einmal den Mahlstein Mahlstein sein lässt. Er muss schließlich erklären, worum es in der neuen Sonderausstellung im Naturkundemuseum geht. Klar, um Schokolade. Aber vor allem auch darum, dass die Besucher selbst welche herstellen können, auf die traditionelle Art und Weise.

Am vergangenen Freitagabend wurde die Schau eröffnet, mit großer Publikumsbeteiligung. Rund 110 Gäste waren dabei, so Christian Düker. Museumsdirektor Willi Xylander gab in seiner Einführung nicht nur ein paar Einblicke in die Welt der Schokoladenherstellung, sondern auch in seine eigene Einstellung zu der Leckerei. „Ich bin ja eigentlich kein großer Schokoladenfan“, verriet er. Aber natürlich habe ihn die Schokolade seit der Kindheit als Leckerei begleitet. „Als Kind bekamen wir aber wenig Schokolade, eher auf Zuteilung“, so Willi Xylander.

Das Museum am Marienplatz widmet sich nun dem Kakaoprodukt. Die Ausstellung zeigt, woher der Ausgangsstoff der Schokolade stammt, wie er nach Europa kam, wie aufwendig die Bohnen geerntet, veredelt und verarbeitet werden. Die Schau ist übersichtlich angeordnet, sie spricht kleine und große Besucher gleichermaßen an. Die Ausstellungsidee stammt vom Museum im Koffer in Nürnberg, schildert Christian Düker. Das hat die Schau in Zusammenarbeit mit dem Infozentrum Schokolade Leverkusen und der Ferrero Deutschland GmbH verwirklicht. „Wir haben die Ausstellung übernommen, nachdem wir ja zuvor schon eine erfolgreiche Kaffeeausstellung gezeigt hatten“, so Museumssprecher Christian Düker. Das Nürnberger Museum im Koffer habe langjährige Erfahrungen in der Konzeption und Umsetzung von Mitmachprojekten. Im Naturkundemuseum ist das entsprechende Mobiliar derzeit zwar vor allem für Kinder ausgerichtet. „Aber natürlich können sich auch Erwachsene an der Schokoladenherstellung versuchen. Das ist sogar ausdrücklich erwünscht. Die Möbel werden angepasst“, sagt Christian Düker. Möglich ist die Schoko-Herstellung nur im Rahmen von gebuchten Veranstaltungen. Die Betreuung erfolgt durch die museumspädagogischen Mitarbeiter. Das Begleitprogramm zur Ausstellung umfasst zudem Pralinenseminare und -verkostungen, außerdem spezielle Kindergeburtstage. Zudem gibt es extra für Schüler buchbare Veranstaltungen.

In einer weiteren Mitmach-Runde geht es um Xocoatl, das „bitter Wasser“, einem alten mexikanischen Trank. „Dabei wird Kakaopulver nur mit Wasser vermischt, Zucker kommt nicht dazu, nur Gewürze, wie etwa Chili“, schildert Christian Düker. Er verspricht ein „ganz neues Geschmacks-erlebnis“, so ganz anders als das, was üblicherweise hierzulande von Schokolade bekannt ist.

Die Sonderausstellung im Museum für Naturkunde ist noch bis zum 14. Januar geöffnet. Beim Museumsfest am 4. November ist Mitmachen ebenfalls möglich. Weitere Informationen zu speziellen Veranstaltungen, Preisen und der Ausstellung selbst unter www.senckenberg.de/paedagogik-gr