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Mittwoch, 17.02.2016

Schöner Wohnen im alten Volksbad

Die denkmalgeschützten Gebäude an der Schlömilchstraße werden saniert. Sie sollen schon Ende des nächsten Jahres fertig sein.

Von Kay Haufe

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In drei Monaten fällt der Startschuss für die Sanierung von Villa und Volksbad (hinten).
In drei Monaten fällt der Startschuss für die Sanierung von Villa und Volksbad (hinten).

© S. Ellger

  • In drei Monaten fällt der Startschuss für die Sanierung von Villa und Volksbad (hinten).
    In drei Monaten fällt der Startschuss für die Sanierung von Villa und Volksbad (hinten).
  • In der Jugendstilvilla an der Ecke Wehlener/Schlömilchstraße entstehen zwölf Wohnungen.
    In der Jugendstilvilla an der Ecke Wehlener/Schlömilchstraße entstehen zwölf Wohnungen.
  • Im ehemaligen Volksbad, das um 1920 eröffnet wurde, standen einst die Wannen nebeneinander. So wird es künftig aussehen.
    Im ehemaligen Volksbad, das um 1920 eröffnet wurde, standen einst die Wannen nebeneinander. So wird es künftig aussehen.

Erst hat sich jahrelang gar nichts getan im Areal am Tolkewitzer Straßenbahnhof und plötzlich geht alles ganz schnell. Nicht nur, dass hier bis Februar 2018 ein nagelneuer Schulcampus mit Oberschule und Gymnasium entsteht. Die Abrissarbeiten an den alten Wagenhallen laufen auf Hochtouren. Auch die ehemals von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) genutzte Villa an der Ecke Wehlener/Schlömilchstraße, das anschließende alte Tolkewitzer Volksbad und die an der Kipsdorfer Straße befindliche DVB-Werkstatt werden in den kommenden zwei Jahren umfassend saniert. Die aus dem schwäbischen Böblingen stammende Firma Ventar hat im Frühherbst 2014 alle drei Gebäude gekauft, nachdem sie der Höchstbietende bei der Ausschreibung der Dresdner Verkehrsbetriebe war. Schon in den nächsten drei Monaten sollen der Bau an der Villa und dem Volksbad beginnen, wie Ventar-Chef Uwe Herrmann sagt. „Wir möchten fertig sein, bevor die Verkehrsbetriebe ihre Gleisschleife bauen, die direkt um unsere Gebäude herum verläuft“, so Herrmann.

Die Gebäude sind in sehr unterschiedlichem Zustand. Während die Villa noch bis vor wenigen Jahren von Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe genutzt wurde und eine gute Grundsubstanz aufweist, sind große Teile des ehemaligen Volksbades von Schimmel befallen und marode. „Doch das werden unsere Handwerker schnell ändern. In der großen Halle des Volksbades werden zwei Decken eingezogen, um hier insgesamt 30 Wohnungen unterzubringen“, sagt der Ventar-Chef. Darunter sind auch mehrere Maisonetten über zwei Etagen. Die Größen der Zwei- bis Vierraumwohnungen variieren zwischen 58 bis 130 Quadratmeter und kosten von 210 000 bis 519 000 Euro inklusive Stellplatz und Küche. Nur noch vier davon sind zu haben. Ähnlich sieht es beim Verkauf der zwölf Wohnungen in der benachbarten Villa aus, wo noch zwei auf Interessenten warten. In dem Jugendstilgebäude wird es Zwei- und Dreiraumwohnungen zwischen 56 bis 85 Quadratmeter Wohnfläche geben. Ihre Preise liegen bei 226 000 bis 339 000 Euro.

„Wir haben mit dem Denkmalschutz abgestimmt, dass wir die Jugendstiltüren aufarbeiten. Teilweise werden sie versetzt oder als Blindwand eingesetzt, wenn an der Stelle kein Durchgang entstehen soll“, so Herrmann. Auch die metallenen Treppengeländer werden restauriert und das Fachwerk an der Fassade erneuert. „Es sind beides wunderschöne Gebäude, die die Gegend aufwerten werden“, ist sich der Ventar-Geschäftsführer sicher. Schon Ende 2017 sollen sie bezugsfertig sein. Die Mieten dafür werden sich zwischen 8 und 8,50 Euro kalt bewegen.

Für das dritte Gebäude an der Schlömilchstraße, die einstige Werkstatt, entstehen gerade die Pläne, die Mitte des Jahres fertig sein sollen. Im September, so hofft Herrmann, kann auch hier der Bau starten. Er möchte mit den meisten Außenarbeiten Mitte 2017 fertig sein, damit keine großen Baufahrzeuge mehr über die Gleisschleife fahren müssen, die dann fertiggestellt ist.

Alle Wohnungen im Werkstatthaus sollen über Laubengänge erreichbar sein. In der Mitte wird es ein verglastes Dach geben. Das Erdgeschoss, so erste Visionen, soll eine Parkebene werden. Belüftet wird sie über offene Fenstergitter. „Doch da müssen wir erst noch genau planen, ob auch alles so entstehen kann“, sagt der Schwabe. Fest steht jetzt schon, dass es im Gebäude eine Toilette und einen kleinen Aufenthaltsraum für die Fahrer der Verkehrsbetriebe geben wird, die hier eine Pause machen können. „Das gestalten wir gern für die DVB“, sagt Herrmann.

Seit 1997 saniert seine Firma denkmalgeschützten Wohnraum in Dresden, zwischen 130 bis 150 Wohnungen pro Jahr. Inzwischen hat sie 1 800 in eigener Verwaltung, die meisten davon in Löbtau, aber auch im gesamten Stadtgebiet.

Derzeit arbeiten die Abrissfirmen mit Hochdruck am alten Straßenbahnhof. Dachteile davon sind baulich mit dem Volksbad verbunden. Sie werden sorgfältig mit Schweißgeräten abgetrennt, die Bauteile entsorgt. Um die Statik hat sich die Ventar GmbH gekümmert, damit es keinen Schaden gibt.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Aleister Crowley

    Ich habe mich die ganzen Jahre gefragt, wieso dort nichts passiert ist, das sind wunderschöne alte Gebäude. Gut so, warum muss es aber wieder ein Schwabe sein?

  2. knut knebel

    Ossis haben eben kein Geld und sitzen (hüstel) - wie sie - meist tatenlos zu Hause rum (!Iro!). Tatenlos? - nee, sinnlose Kommentare am Fleißband schreibend. - - - Ventar ist sehr viel in Dresden und drumrum aktiv, da ist der finanzielle Hintergrund nur sekundär. Hier wird gebaut, hier die Firmen beschäftigt, hier das Geld ausgegeben - sehr schön und recht vielen Dank an Ventar.

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