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Donnerstag, 05.10.2017 Kommentar

Schöner und lebenswerter

Die Initiative Stadtbild Dresden präsentiert Ideen für einen Umbau des Pirnaischen Platzes. Als Diskussionsanstoß findet das SZ-Redakteur Andreas Weller gut.

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© André Wirsig

Auch wenn die vorgelegten Pläne des Vereins Stadtbild Dresden auf den ersten Blick überfordern: Eine Diskussion um Dresdens zentrale Plätze anzustoßen, ist der richtige Weg. Denn schon lange entsteht der Eindruck, dass die Plätze, die ans Zentrum grenzen, reine Verkehrsknoten sind und für das Bild der Stadt keine Bedeutung hätten.

Dass dies ausgerechnet in Dresden so ist, mag an den Kriegszerstörungen und der sozialistischen Aufbaukultur liegen. Es entschuldigt aber nicht, dass auch 27 Jahre nach der Wiedervereinigung bisher keine konkreten Pläne entwickelt wurden, dies zu verändern. Mag sein, dass hier alles etwas länger dauert – man denke nur an das Hin und Her bei der Königsbrücker Straße oder der Waldschlößchenbrücke.

Aber gerade jetzt, in einer Zeit, in der sich viele Dresdner nicht mitgenommen fühlen, wäre es nicht nur für das Aussehen der Stadt wichtig, sondern auch für das Wohlfühlen. Wenn Politik und Verwaltung es schaffen, eine konstruktive und offene Diskussion zur Gestaltung zentraler Plätze zu gestalten, in die sich die Dresdner einbringen und mit deren Ergebnis sie sich identifizieren, wäre viel erreicht – mit nachhaltigem Effekt.

Mail an Andreas Weller

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Wünschenswert

    Der Platz ist sicher verbesserungswürdig - solche Pläne haben aber nur dann Sinn, wenn sie von den Grundstückseignern auch mitgetragen werden. Mir stellt sich aber immer noch die Frage, wer tatsächlich hinter dem Verein Stadtbild DD (Sitz Stuttgart) steckt und welche Ziele der verfolgt. Sind das tatsächlich Dresden-Fans, die sich mit Ideen einbringen wollen, oder hat man hier andere Hintergedanken?

  2. Klar

    Wo war eigentlich die "Initiative Stadtbild Dresden", als es um die "Gestaltung" des Postplatzes ging?

  3. Talbewohner

    Wenn ich lese dass die Grünstreifen Platzverschwendung sind, dann habe ich genug von diesem Verein. Wir haben in Dresden steigende Überwärmungsprobleme im Sommer in der Innenstadt, wir überschreiten im Bereich Külz-Ring/Waisenhausstr regelmäßig die Schadstoffgrenzwerte(z.B. NOx / wahrscheinlich ist es dort schlimmer als an der Bergstraßen Meßstelle), .... Und dieser Verein will dass die vorhandenen und funktionierenden Belüftungsschneisen zugebaut werden, damit es wird wie in Stuttgart?

  4. kari

    Na hoffentlich wird dieser Gruselpalast nicht gebaut. Der Stuttgarter Verein sei dahingehend informiert, dass westlichen Architekturstudenten zu DDR-Zweiten von ihren Professoren nahe gelegt wurde, sich in der DDR Architektur anzusehen, weil hier konsequent die Neue Moderne umgesetzt wurde. Die mag nicht allen gefallen, ist aber Teil der architektonischen Stadtgeschichte Dresdens und sollte daher auch mit erhalten bleiben. Außerdem hätte sich ja dieser illustre Verein mal in den Neunzigern für die Umsetzung des Stella-Projektes stark machen oder die Finanzierung des mal geplanten Hunderwasserhauses organisieren können...

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