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Dienstag, 13.02.2018

Schnelle Straßenreparatur gefordert

In einem Bittbrief an Sachsens Verkehrsminister mahnen Rosenthal-Bielatals Gemeinderäte das Einlösen eines Versprechens an.

Von Gunnar Klehm

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Die Staatsstraße S171 bleibt zwischen Königstein und Bielatal wegen aufwendiger Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Gemeinde Rosenthal-Bielatal will das nicht einfach so akzeptieren.
Die Staatsstraße S 171 bleibt zwischen Königstein und Bielatal wegen aufwendiger Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Gemeinde Rosenthal-Bielatal will das nicht einfach so akzeptieren.

© Daniel Schäfer

  • Die Staatsstraße S171 bleibt zwischen Königstein und Bielatal wegen aufwendiger Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Gemeinde Rosenthal-Bielatal will das nicht einfach so akzeptieren.
    Die Staatsstraße S 171 bleibt zwischen Königstein und Bielatal wegen aufwendiger Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Gemeinde Rosenthal-Bielatal will das nicht einfach so akzeptieren.
  • Die Stützmauer kann derzeit zwar nicht zu Ende betoniert werden. Die Bauarbeiter nutzen aber die schneefreie Witterung, um den Untergrund für den Straßenbau vorzubereiten.
    Die Stützmauer kann derzeit zwar nicht zu Ende betoniert werden. Die Bauarbeiter nutzen aber die schneefreie Witterung, um den Untergrund für den Straßenbau vorzubereiten.

Rosenthal-Bielatal. Die Gemeinde fühlt sich vom allgemeinen Aufschwung im Freistaat abgehängt und in ihrer touristischen Entwicklung ausgebremst. Das machen sie unter anderem am schlechten Zustand der drei Zufahrtsstraßen in die Gemeinde fest und den permanenten Sperrungen. Elend lange Umleitungen seien nicht nur für Kinder, die die Schulbusse nutzen, eine Zumutung, sondern seien auch schädlich für den Tourismus.

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, hat der Gemeinderat jetzt eine Petition formuliert und an den Sächsischen Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) geschickt. Mit dem Protestbrief wollen sie die versprochene Sanierung der Straßen beschleunigen. „Ziel war, dass bis 2018 alle Zufahrten erneuert werden. Was ist jetzt damit?“, fragt Bürgermeister Gebhard Moritz (CDU). „Das ist kein Wunsch. Das erwarten wir“, sagte Steffen Baldauf, der Fraktionschef der Freien Wähler erst kürzlich im Gemeinderat.

Größtes Ärgernis ist dabei die Vollsperrung der Staatsstraße 171 von Bielatal nach Königstein. Dort müssen Stützmauern erneuert werden. Ursprünglich sollte die Straße bereits im November 2017 wieder für den Verkehr freigegeben werden. Doch daraus wurde nichts. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) begründet das mit unvorhergesehenen Problemen, die während der Bauarbeiten zutage traten. Beispielsweise lag mehr Felsgestein an als gedacht.

Mit der andauernden Vollsperrung fehlt die schnelle Verbindung nach Königstein mit seiner Oberschule und sonstigen, für Bielataler wichtigen Einrichtungen. Die Umleitung über Leupoldishain oder Pirna-Krietzschwitz ist mindestens vier Kilometer länger – pro Strecke.

„Damit sind unsere Bürger erheblich eingeschränkt. Um zum nächsten großen Ort zu gelangen, Behörden, größere Einkaufsmöglichkeiten, die S-Bahn oder den nächsten Allgemeinarzt zu erreichen, ist mit großen Umständen verbunden“, heißt es in dem Schreiben der Gemeinderäte. Zudem wird bemängelt, dass kaum Personal auf der Baustelle zu sehen war.

Keine Winterpause


Dem wird jedoch entgegnet, dass es bis auf eine einzige Woche keine Winterpause gegeben hat. Derzeit errichtet die Firma Zander zwei Kilometer Straßenbegrenzung mit sogenanntem Natur-Rail. Das sind Leitplanken, die zum großen Teil aus Holzbalken bestehen. Parallel bereitet die Firma Hartmann den Einbau des neuen Straßenbelags vor. Die schneefreie Witterung werde jetzt ausgenutzt. Nur das Betonieren des letzten Stücks der Stützmauer zur Biela hin sei wegen des Frostes nicht möglich.

Hier wird noch einige Wochen gebaut werden, auch wenn der Winter nicht mehr zuschlagen sollte. So bleiben bis zum Ende der Baustelle nur zwei Zufahrten in die Gemeinde. Eine ist die Staatsstraße 169. Sie bindet die Gemeinde bei Krietzschwitz an die Bundesstraße 172 an. Hier hat das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) die Fahrbahn bereits abschnittsweise saniert. Zwei Abschnitte fehlen aber noch. Um dort mit dem Bau beginnen zu können, muss aber erst die Baustelle an der S 171 abgeschlossen sein.

Eine der beiden Straßen muss befahrbar sein, denn die dritte Straße in die Gemeinde, die aus dem Bahratal kommend über den Ortsteil Raum führt, ist alles andere als geeignet. Hier ist noch kein Sanierungsplan bekannt.

Die Gemeinde weist den Minister auch auf die wirtschaftlichen Folgen der langen Straßensperrung hin. In dem Brief heißt es: „Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die vom Tourismus leben. Es ist für sie existenziell, dass die Zufahrtsstraßen in ordentlichem Zustand sind und Dauersperrungen vermieden werden.“ Urlauber würden von den bestehenden Zuständen abgeschreckt.

Zudem fühlen sich die politischen Akteure vor Ort schlecht informiert. Sie wollen wissen, „was genau die Ursachen der Verlängerung der Bauzeit sind und den Termin, wann unsere Bürger wieder die S 171 nutzen können“. Die Straße nach Königstein ist im Mai ein ganzes Jahr gesperrt. „In der Zeit hätte sie komplett durchasphaltiert werden können. Stattdessen wird diese Sperrung wohl später erfolgen“, sagt Baldauf. Um das zu vermeiden, solle geprüft werden, ob die Straße jetzt gleich komplett bis Ortseingang Bielatal asphaltiert werden könne. Auf eine Antwort aus dem Ministerium wird noch gewartet.