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Samstag, 11.11.2006

Schmuckstück lockt Reisende

Verkehr. Der renovierte Dresdner Hauptbahnhof ist mit einem Festakt eingeweiht worden.

Von Stefan RösselundGunnar Saft

Mit seinem neu gestalteten Hauptbahnhof kann Dresden mit den anderen großen Drehscheiben des Bahnverkehrs wie Berlin, Köln oder Hannover mithalten. Das betonte Bahnchef Hartmut Mehdorn gestern Abend bei der feierlichen Einweihung des neu gestalteten Hauptbahnhofs der Landeshauptstadt. Es sei ein großer Tag für die Bahn, die Besucher und die Stadt.

Erster Bürgermeister Lutz Vogel (parteilos) bedankte sich bei Mehdorn, dass der Bahnhof wieder zu einem Ort der Begegnung aufgebessert worden sei. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU), der sich als begeisterter Bahnfahrer bekannte, ordnete den Prachtbau in die Dresdner Mischung von Tradition und Hochtechnologie ein.

Als größte Schwierigkeit bei der Konzeption für die Renovierung nannte Lord Norman Foster, der Architekt, das Beste aus der Vergangenheit in die Zukunft zu transponieren. Besonders wichtig sei es ihm gewesen, das Licht in die mit Teflon überzogene Bahnsteighalle sowie die Empfangshalle zurückzubringen. Eine Herausforderung sei es auch gewesen, die gesamte Anlage für die Anforderungen der modernen Bahntechnik herzurichten.

Die rund 2 000 Teilnehmer der Veranstaltung erlebten zum Abschluss eine Aufführung, mit der wieder das Motiv des Lichts hervorgehoben wurde. Es war eine Lichtsinfonie des Künstlers Gert Hof aus Neon, Laser und Pyrotechnik.

Die Einweihung gab auch den Rahmen für Gespräche zur Zukunft der Bahn. Milbradt richtete den Wunsch an Mehdorn und den Bund, die Verbindung nach Berlin zu beschleunigen, die heute langsamer sei als vor dem Krieg. Und für die Sachsen-Franken-Magistrale drängte er darauf, eine Lücke der Elektrifizierung zu schließen.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte den Freistaat auf einer Pressekonferenz zu einer finanziellen Beteiligung am 470 Millionen Euro teuren Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale auf. Ohne Hilfe des Landes sei keine zügige Beschleunigung der Strecke von Nürnberg nach Leipzig und Dresden zu erreichen.

Zugleich trat der Minister aus Anlass des geplanten Börsengangs der Bahn Befürchtungen entgegen, Bahnhöfe würden künftig ebenfalls privatisiert. „Die gesamte Infrastruktur vom Netz über die Bahnhöfe bis zu den Werkstätten bleibt weiter Eigentum des Bundes“, versicherte er. Im Übrigen freue er sich für Dresden über den erneuerten Hauptbahnhof, für den der Bund 100 Millionen Euro beigesteuert habe.