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Montag, 11.01.2016

Schmierereien im Infokasten

Schon zum zweiten Mal wurden im Schaukasten des Ortsamtes Leuben hetzerische Schriften ausgehängt. Eine Anzeige ist gestellt.

Von Kay Haufe

Leubens Ortsamtsleiter Jörg Lämmerhirt
Leubens Ortsamtsleiter Jörg Lämmerhirt

© André Wirsig

Mancher Spaziergänger wollte am Sonntag seinen Augen nicht trauen. Kam das, was da im Schaukasten des Leubener Ortsamtes auf der Hertzstraße hing, wirklich aus der Dresdner Stadtverwaltung? In einem Schreiben ohne Absender nimmt jemand Bezug auf die Vorfälle in Köln und schreibt, dass die Mädchen „Syrern und Afrikanern schutzlos ausgeliefert worden“ wären. Weiter ist die Rede von „Untermenschen“ und „unseren lieben Bereicherern“. Statt pro Deutsch (NPD) zu wählen, hätten viele Dresdner links gewählt. Das Schreiben endet sinngemäß mit der Feststellung, dass alle mitverantwortlich seien für die Straftaten von Ausländern. Im beleuchteten Schaukasten war der Brief (Inhalt liegt der SZ vor) perfekt positioniert.

Für Ortsamtsleiter Jörg Lämmerhirt ist es am Sonntagabend bereits das zweite Mal, dass er solch eine Meinungsäußerung aus dem Schaukasten entfernen muss. „Ich habe schon vergangenen Montag feststellen müssen, dass der Kasten geöffnet wurde und ein asylkritisches Schreiben aufgehängt wurde“, sagt er. Daraufhin hat er Anzeige bei der Polizei gestellt, was nun ebenfalls erfolge. Ein- bis zweimal pro Woche würde ein Mitarbeiter des Ortsamtes den Schaukasten kontrollieren oder Neues aushängen. „Jetzt werden die Schlösser gewechselt.“ Vorfälle dieser Art habe es laut Lämmerhirt in den vergangenen 20 Jahren nie gegeben. „Ich finde es gut, wenn die Bürger solche Schreiben registrieren. Sie sollten jederzeit das Ortsamt davon in Kenntnis setzen.“