Mittwoch, 28.11.2012
Schloss Übigau verliert vorerst Barockfiguren
Die Teile werden aus Sicherheitsgründen abgenommen. Bei deren Sanierung hilft die Stadt.
Das Schloss Übigau ist stark sanierungsbedürftig. Foto: Steffen Füssel
Das stark sanierungsbedürftige Schloss Übigau verliert vorläufig einen Teil seines Fassaden- und Dachschmuckes. Wie die Stadt jetzt mitteilte, sollen noch in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen barocke Figuren, zwei Wappen und weitere Verzierungen abgenommen werden. Das sei laut Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) notwendig, damit die Objekte erhalten werden können.
Die Sandsteine seien verwittert, die Metallanker an den Figuren und Wappen verrostet. Die Figuren und Wappen sollen zunächst in einem Fachbetrieb zwischengelagert und dann restauriert werden. Die Kosten dafür soll die Eigentümerin des Hauses, Ingrid Schinz, übernehmen. Dafür seien ihr Fördermittel gezahlt worden.
Schinz hatte im September angekündigt, das Schloss bis zum Jahresende verkaufen zu wollen (die SZ berichtete). Sie nannte damals finanzielle und zeitliche Gründe. Ihr Mann, der Zigarrenfabrikant Dieter Schinz, hatte das Schloss 1999 von der Treuhand gekauft. Seitdem gab es verschiedene Pläne für die Immobilie. Erst sollte ein Gästehaus entstehen, dann eine Zigarrenlounge, zuletzt eine Schokoladenmanufaktur. Alle Projekte scheiterten jedoch. Den neuen Eigentümer will Schinz mit dem Verkauf dazu verpflichten, das Schloss bald komplett zu sanieren.
Das barocke Schloss Übigau war 1724 für den Reichsgrafen Jacob Heinrich von Flemming errichtet worden. Zwei Jahre später wurde es an August den Starken weiterverkauft.