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Schlesier wollen schnelle Sanierung der Stadthalle

Bei ihrem Treffen heute in Niesky wird das auch ein Thema sein. Dafür sorgt Marianne Scholz-Paul aus Königshain.

07.10.2017
Von Frank-Uwe Michel

 wollen schnelle Sanierung der Stadthalle
Marianne Scholz-Paul ist nicht nur das Tippelweib vom Schlesischen Tippelmarkt in Görlitz. Sie ist auch Mitorganisatorin des Schlesiertreffens an diesem Sonnabend in Niesky.

© Archivfoto: Pawel Sosnowski

Das Schlesiertreffen in Niesky ist für Marianne Scholz-Paul kein Tag wie jeder andere. An diesem Sonnabend ist es wieder so weit, dann erwartet ab 10 Uhr der Schlesische Heimatbund Niesky möglichst viele Mitstreiter im Nieskyer Bürgerhaus. Für Marianne Scholz-Paul ist dieses Treffen ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten – wobei „alt“ durchaus wörtlich zu nehmen ist. „Natürlich sind wir inzwischen in die Jahre gekommen. Die Altersstruktur dezimiert ganz automatisch unseren Kreis. Deshalb ist es wichtig, neue Interessenten zu finden.“ Aus dem „rappelvollen Saal“ der Anfangsjahre ist im Bürgerhaus inzwischen eine überschaubare Besuchermenge geworden. „Das tut unserem Anliegen, der schlesischen Traditionspflege, aber keinen Abbruch“, sagt die Mitorganisatorin des Treffens, die selbst schon 72 Jahre alt ist.

Im Gegenteil: „Wir müssen Dinge finden, mit denen wir jüngere Menschen dafür interessieren können.“ Als einen Punkt sieht sie dabei die Mundartpflege an. Aber auch die Vermittlung traditioneller Back- und Kochrezepte sei sehr wichtig. „Wer neugierig darauf ist, der sollte sich die Chance nicht entgehen lassen. Vielleicht wird der Saal im Bürgerhaus dieses Mal ja wieder richtig voll.“

Die „schlesische Marianne“, wie sie liebevoll genannt wird, ist es auch, die durch das Programm des Tages führt, Besinnliches und Heiteres aus Schlesien verkündet und darüber berichtet, wie der Schlesische Tippelmarkt in Görlitz in diesem Jahr gelaufen ist. Und – darauf legt sie großen Wert – wie es um die Rekonstruktion der Stadthalle in der Neißestadt steht. „Immerhin haben dort früher die Schlesischen Musikfeste stattgefunden.“ Doch seit der Schließung des Hauses im Jahr 2005 sei es ruhig geworden um das Bauwerk. „Zu ruhig“, wie Marianne Scholz-Paul findet. „Mit dem Sanierungsstand und den Bemühungen, das Objekt wieder mit Leben zu erfüllen, können wir vom Schlesischen Heimatbund nicht zufrieden sein.“ Denn es gehe dort wie auch beim Treffen am Sonnabend im Nieskyer Bürgerhaus um Traditionen. „Das ist eigentlich der wichtigste Punkt, denn wir alle fühlen uns doch mit Schlesien verbunden.“