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Freitag, 27.08.2010

Schlag gegen Raubkopierer: Razzia in 12 Kinderzimmern

Herunterladen, kopieren und weitergeben: Was unter Jugendlichen als nettes Hobby gilt, wurde zwölf jungen Erzgebirgern jetzt zum Verhängnis. In einer Großrazzia rund um Zschopau sprengten die Ermittler einen Raubkopiererring.

Zschopau. Und das mithilfe von Rathausmitarbeitern: Gegen 6.30 Uhr fuhren zehn unauffällige Zivilfahrzeuge der Polizei auf dem Zschopauer Markt vor. Ziel der Kripo-Männer: das Rathaus. „Um uns ging es aber nicht, vielmehr wurden Mitarbeiter bei den Durchsuchungen als Zeugen benötigt“, erklärt Hauptamtsleiter Uwe Gahut.Mit zehn Zeugen in zehn Autos fuhren die Ermittler in alle Richtungen davon, durchsuchten Wohnungen und Kinderzimmer von zwölf Jung-Raubkopierern. In Krumhermersdorf soll die Mutter eines Jugendlichen die Beamten beschimpft haben: „Sie sind ja schlimmer als die Stasi!“

„Wir ermitteln wegen unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke“, berichtet Oberstaatsanwalt Bernd Vogel. Der Vorwurf: Die Kinder und Jugendlichen hätten Filme, Computerspiele und Musikdateien illegal aus dem Netz heruntergeladen (im Jargon: saugen) und ausgetauscht. Ihnen drohen bei Verurteilung saftige Geldstrafen. Die Verdächtigen waren ins Visier der Fahnder geraten, nachdem sich einer der Raubkopierer zuvor bei der Polizei verplappert hatte. Die beschlagnahmten Computer, Festplatten, CDs und DVDs werden nun ausgewertet. (fle)