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Samstag, 01.08.2015

Schlägerei in der Zeltstadt

Polizei in Kampfmontur im Zeltlager auf der Bremer Straße.
Polizei in Kampfmontur im Zeltlager auf der Bremer Straße.

© Tobias Wolf

Dresden. Am Samstagmittag hat es im Zeltlager für Flüchtlinge auf der Bremer Straße eine größere Schlägerei gegeben. Laut Aussagen von Bewohnern hatten etwa 50 Afghanen Ärger mit etwa gleichvielen Syrern gesucht, woraufhin die Situation eskalierte. Insgesamt gabe es acht meist leicht Verletzte, darunter eine Frau. Die schwerste Verletzung sei ein kleinerer Knochenbruch. Die Gruppen wurden getrennt und in ihre Unterkünfte verwiesen. Laut Polizei-Ensatzführer Steffen Kühnel (53) waren die Sicherheitskräfte bereits vor Ort, als sich die Situation hochschaukelte. So hätte man schlimmeres verhindern können. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auseinandersetzung in der Zeltstadt

Zwei Einsatzzüge der Bereitschaftspolizei - die eigentlich zum Drittligaspiel des Chemnitzer FC gegen Hansa Rostock unterwegs waren - und Beamte der Stadtpolizei beruhigten die Lage am frühen Nachmittag wieder. Die Lage sei unter Kontrolle, aber angespannt hieß es zunächst. Insgesamt waren 80 Beamte im Einsatz. Polizisten patrouillierten durch das Lager, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, kurz vor halb drei verließen die ersen 30 Bereitschaftspolizisten das Gelände wieder. Zur Sicherheit blieben aber mehrere Dutzend Ordnungshüter vorläufig im Lager. „Wir richten uns erstmal auf eine lange Nacht ein“, sagte der Sprecher.

Zuvor hatte Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) die Zeltstadt besucht. Im Anschluss erklärte sie, Zeltlager seien keine geeignete Form der Flüchtlingsunterkunft. Die Asylsuchenden, darunter viele Familien und Kinder, in Zelten unterzubringen, „kann und darf kein Dauerzustand sein“. Die Wohn- und Lebensumstände für die seit einer Woche dort lebenden rund 1 000 Menschen bezeichnete die SPD-Politikerin als „einfach, sehr einfach“.

Sie dankte allen Mitarbeitern von DRK und THW sowie anderen Helfern, die sich dort engagierten. Zugleich versprach Köpping, den Alltag in dem Zeltlager zu verbessern und freundlicher zu gestalten. Das Netzwerk „Dresden für Alle“ bot am Samstag dem Sächsischen Staatsministerium des Innern, der Landesdirektion Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem DRK Sachsen erneut Gespräche über Möglichkeiten der Kooperation an.

Derweil bereitet die Landesdirektion Sachsen die Unterbringung weiterer Flüchtlinge vor. Sie könnten allerdings nicht vor Montag kommen, wie Sprecherin Mandy Taube am Samstag mit Blick auf noch nötige Vorbereitungen sagte. „Es gibt momentan noch keinen verlässlichen Termin der Ankunft.“ Die 600 Asylbewerber werden in Sporthallen der Technischen Universität untergebracht. (szo/dpa)