Mittwoch, 20.02.2013

Schavan reicht Klage gegen Entzug des Doktortitels ein

Die Klageschrift sei am Dienstag an das Verwaltungsgericht Düsseldorf abgeschickt worden, teilten ihre Anwälte am Mittwoch auf Anfrage mit.

Düsseldorf. Zwei Wochen nach dem Entzug des Doktortitels hat die zurückgetretene Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) Klage gegen die Universität Düsseldorf eingereicht. Die Klageschrift der Anwälte sei am Mittwoch beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingegangen, bestätigte ein Gerichtssprecher.

Der Rat der Philosophischen Fakultät hatte Schavan am 5. Februar wegen „vorsätzlicher Täuschung“ in ihrer Promotionsarbeit den vor 33 Jahren erworbenen Doktortitel entzogen. Vier Tage später trat sie als Ministerin zurück.

Die 57-jährige Politikerin hat eine Täuschungsabsicht in ihrer 1980 im Fach Erziehungswissenschaften eingereichten Dissertation stets bestritten. Ihre Anwälte halten das Plagiatsverfahren der Hochschule für fehlerhaft und das Urteil der Uni für unverhältnismäßig.

Während des laufenden Verfahrens darf Schavan ihren Doktortitel nach Angaben des Gerichtssprechers weiter führen. Schavans Klage wird nun zunächst der Universität als Gegenseite zugestellt. Scheitert Schavan mit ihrer Klage, könnte sie in Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster und als letzter Instanz beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gehen.

Schavan ist nicht die erste prominente Politikerin, die vor Gericht um ihren Doktortitel kämpft. Die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin klagt ihren wegen Plagiaten entzogenen Titel derzeit am Verwaltungsgericht Karlsruhe ein. Die frühere FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos scheiterte im Dezember 2012 mit ihrer Klage am Verwaltungsgericht Köln. Sie kündigte Berufung an. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.