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Freitag, 25.08.2017

Schalmeienzunft bekommt neues Zuhause

Nach langer Suche hat das Orchester endlich ein eigenes Gebäude. Bis dort geprobt werden kann, gibt’s aber noch viel zu tun.

Von Eric Weser

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Vereinschef Uwe Boczek im Obergeschoss des Strehlaer Bootshauses.
Vereinschef Uwe Boczek im Obergeschoss des Strehlaer Bootshauses.

© Eric Weser

  • Vereinschef Uwe Boczek im Obergeschoss des Strehlaer Bootshauses.
    Vereinschef Uwe Boczek im Obergeschoss des Strehlaer Bootshauses.
  • : Wo einst eine Gaststätte war, werden künftig die Mitglieder der Schalmeienzunft für ihre Auftritte und Meisterschaftsteilnahmen proben.
    : Wo einst eine Gaststätte war, werden künftig die Mitglieder der Schalmeienzunft für ihre Auftritte und Meisterschaftsteilnahmen proben.

Strehla. Wie man improvisiert, wissen sie bei der Strehlaer Schalmeienzunft. Weil ein neues Modell mehrere Tausend Euro gekostet hätte, bauten die Musiker ihren ersten Trommelwagen einst selbst – mit einem Rollator als Grundgerüst. Inzwischen ist das Strehlaer Orchester deutlich besser ausgestattet. Doch improvisieren müssen die rund 40 Musiker noch immer.

Und das mindestens zweimal die Woche, wenn geprobt wird. Für die rund 30 jährlichen Auftritte trainiert die Kapelle um ihren Leiter Uwe Boczek in der Aula der Strehlaer Oberschule. Vor jeder Probe müssen extra die Instrumente und Stühle aus den Klassenzimmern besorgt, danach wieder alles weggeräumt werden. „Das nervt schon“, sagt Boczek. Weil in der Schule nicht genug Platz ist, waren Instrumente und Trophäen der erfolgreichen Truppe bisher über zig Privathaushalte verteilt. Ein reges Vereinsleben wollte unter diesen Bedingungen nicht so recht entstehen.

Glücklose Gastwirte

Das soll nun alles anders werden. Nach langjähriger Suche hat die Schalmeienzunft endlich eine Heimstatt gefunden, die genug Platz für Musiker und Instrumente an einem Ort bietet: das Bootshaus am Oppitzscher Weg. Mehrere Jahre stand die kommunale Immobilie am südöstlichen Stadtrand zuletzt leer. Ein Betreiber für die Gastronomie hatte sich nicht mehr gefunden. Mehrere Wirtsleute hatten im Laufe der Jahre ihr Glück versucht – und waren trotz Nähe zum Elberadweg gescheitert.

Nun hat die Stadt den größten Teil des Objekts der Schalmeienzunft mietfrei überlassen. Nur die Betriebskosten werden die Musiker künftig zahlen müssen. Ein fairer Handel, meinen sowohl die Stadträte als auch die knapp 70 Mitglieder der Schalmeienzunft. Sowohl die Stadträte als auch die Vereinsmitglieder haben dem Deal zugestimmt. Anfang September wird das Objekt offiziell übergeben.

Sofort losproben können die Musiker in „ihrem“ Haus aber bei aller Euphorie nicht. Denn obwohl es einigermaßen in Schuss ist und die Heizung funktioniert: Mit dem Beräumen der teils vermüllten Zimmer ist es nicht getan. Es muss auch noch gebaut werden. Kleinigkeiten wie das Streichen der Wände wollen die Vereinsmitglieder selbst übernehmen, sagt Uwe Boczek. Auch die Jüngsten im Verein – immerhin 28 Mitglieder sind noch nicht volljährig – hätten sich schon zum Helfen bereit erklärt.

Um einen großen Proberaum fürs gesamte Orchester zu haben, müssen in der ehemaligen Küche Wände durchgebrochen und neu abgestützt werden. Auch ein Schallschutz muss her, damit sowohl die Ohren der Musiker gesund bleiben und die Nachbarn in Zukunft nicht gestört werden. Fenstergitter sollen zudem Diebe abhalten.

Bei einem so umfangreichen Vorhaben müssen Fachleute ran, was wiederum viel Geld kostet. Eine Bauplanerin unterstütze den Verein dabei, sagt Uwe Boczek. Der Strehlaer ist optimistisch, dass das Orchester dabei von EU-Fördermitteln für den ländlichen Raum profitieren kann.

Der Umbau des Bootshauses zum Vereinsheim wird nicht von heute auf morgen stattfinden. Von der Schalmeienzunft wird er seinen Tribut fordern. Das eigentlich für 2018 geplante Musikfest des Vereins, das seit 2015 jährlich im Wechsel mit dem städtischen Nixenfest stattfindet und sonst an die Tausend Besucher anlockt, wird laut Uwe Boczek wahrscheinlich ausfallen.

Die erste Orchesterprobe im neuen Gebäude soll im Herbst nächsten Jahres stattfinden. Wenn es so weit ist, wollen die Musiker ihr hergerichtetes Heim auch den Strehlaern bei einem Tag der offenen Tür präsentieren. Bis es so weit ist, improvisieren sie bei der Schalmeienzunft erst einmal weiter. Wie das geht, wissen sie ja.

www.schalmeienzunft-strehla.de