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Montag, 02.10.2017

Schätze für Spielgeräte

So ganz funktioniert der Tausch nicht. Aber der Erlös aus dem Verkauf von Globus & Co ist der Grundstock der Sammelaktion.

Von Heike Heisig

Einige Schätze vom Boden der Grundschule Sitten haben Katja Oldenburg (links) und Anja Scheibe vom Elternrat am Sonnabend beim Tag der offenen Tür an den Mann oder die Frau gebracht. Der Erlös dieses besonderen Trödelmarktes fließt genauso in die Sammelkasse für die neuen Spielgeräte wie die Einnahmen aus dem Pflanzenbasar, den die Mitglieder des Schulvereins gestaltet haben.
Einige Schätze vom Boden der Grundschule Sitten haben Katja Oldenburg (links) und Anja Scheibe vom Elternrat am Sonnabend beim Tag der offenen Tür an den Mann oder die Frau gebracht. Der Erlös dieses besonderen Trödelmarktes fließt genauso in die Sammelkasse für die neuen Spielgeräte wie die Einnahmen aus dem Pflanzenbasar, den die Mitglieder des Schulvereins gestaltet haben.

© Dietmar Thomas

Leisnig/Sitten. Am ersten Herbstferientag herrscht auf dem Hof der Grundschule in Sitten mehr Gedränge als an einem ganz normalen Schultag. Eng wird es dort an diesem herrlichen Morgen, weil eine Hüpfburg, Stände mit Salaten, ein Pflanzenbasar und auch ein besonderer Flohmarkt aufgebaut sind. Zwischendrin wuseln Kinder und Erwachsene. Auch im Schulhaus ist ein Begängnis – so wie eigentlich immer zum Tag der offenen Tür. Der steht diesmal unter der Überschrift „Sachsens bunteste Baustelle“. Dass auf dem Schulgelände selbst noch nicht gebaut wird, darüber sind Schulleiterin Sylke Rasch, einige ihrer Kollegen und manche Besucher durchaus enttäuscht.

Der Auftrag für die Neugestaltung von Sportplatz und Schulhof sowie dessen Erweiterung um das Gelände neben der alten Scheune ist schon ein paar Wochen vergeben worden. Doch passiert ist noch nichts. Sylke Rasch habe man das mit der Bestellung von Baumaterial begründet. Das versteht sie einerseits. „Anderseits hätte ich den Eltern wirklich gern gezeigt, dass der Anfang gemacht ist“, sagt sie. Nun solle ab Mitte Oktober etwas geschehen. Die Schulleiterin hofft, dass dann noch lange baufreundliches Wetter herrscht, damit es vorangeht. Auf der dazukommenden Fläche wollen Lehrer und Eltern gern zwei Holzspielgeräte aufstellen, wie sie in ähnlicher Form auf dem neuen Mehrgenerationenspielplatz am Leisniger Lindenplatz stehen.

Diese Neuanschaffungen gehören nicht zum Gesamtprojekt Schulhof und Sportplatz. Dort werden hauptsächlich Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 beseitigt. Weil das aus dem Flutfonds finanziert wird, sind Sonderwünsche nicht drin. Daher gibt es eine Spendenaktion. Dafür haben die Mitglieder des Elternrates den Dachboden der Schule aufgeräumt und einige Schätze gefunden, wie ihnen Trödelfans mehrfach bestätigen. Eine alte Karte, früher in Biologie verwendet, kann eine Frau für ihre Physiotherapiepraxis gut gebrauchen. Aber auch das übergroße Modell eines Zahnes, Lineale in allen Größen, Boxhandschuhe, Holzkegel und Diskusscheiben, Notenhalter, Filmvorführgeräte und Diaprojektoren sind besondere Hingucker am außergewöhnlichen Flohmarktstand.

Katja Oldenburg und Anja Scheibe haben für jeden Besucher die passende Erklärung parat, weshalb er gerade dieses oder jenes Stück kaufen sollte. „Alles, was weg ist, müssen wir nicht wieder reinschleppen“, scherzen die beiden. Viel lieber hören sie es aber in der Holzkasse klingeln, weil sie als Elternratsvertreter die Spendenaktion tatkräftig unterstützen wollen. „Der Sportplatz ist schon so lange kaputt. Jetzt wird es Zeit, dass etwas passiert“, findet Katja Oldenburg. Die Eltern waren es schließlich auch, die auf einen zügigen Baubeginn gedrängt haben. Ursprünglich wollte die Kommune 2017 erst die Schulhöfe in Leisnig fertigstellen und frühestens 2018 in Sitten mit dem Bau starten. Nun hofft Sylke Rasch, die Viertklässler im nächsten Sommer auf dem neuen Sport- und Mehrzweckplatz verabschieden zu können. Bis dahin ist wie schon in den letzten Jahren nur eingeschränkt Sportunterricht im Freien möglich.

Für die neuen Baustellen unmittelbar neben ihrer Schule scheinen Kinder und Lehrer gut gewappnet. Denn vor dem Schulgelände werden schon seit Monaten ein Abwasserkanal in die Fahrbahn verlegt und die Straßen gebaut. Die Schüler müssen früher aus dem Bus steigen und weiter zur Schule laufen. Auch mit der neuen Situation wollen alle gut klarkommen.