erweiterte Suche
Samstag, 12.03.2016

Sanierungsstart geplatzt

Eigentlich sollten Pulsnitzer und Martin-Luther-Straße in diesem Jahr ausgebaut werden. Doch der Zeitplan wird nicht eingehalten.

Von Sarah Grundmann

Noch holpern Auto- und Radfahrer auf der Martin-Luther-Straße über Kopfsteinpflaster.
Noch holpern Auto- und Radfahrer auf der Martin-Luther-Straße über Kopfsteinpflaster.

© Christian Juppe

Die Pulsnitzer Straße ist ein Flickenteppich aus Asphalt, auf der parallel verlaufenden Martin-Luther-Straße holpern die Autos sogar noch über Kopfsteinpflaster. Eigentlich sollte sich das noch in diesem Jahr ändern. Nachdem bereits der Martin-Luther-Platz umgestaltet wurde, wollte das Straßen- und Tiefbauamt jetzt auch auf den beiden angrenzenden Straßen anrücken. Doch diesen Zeitplan kann die Stadt nicht einhalten: Erst im März 2017 beginnen die Sanierungen.

„Mit der Vorstellung dieser Straßenbaumaßnahme im Bauausschuss ergaben sich für die Verwaltung weitere Prüfaufträge“, heißt es auf SZ-Anfrage aus dem Stadtplanungsamt. Erst dann kann das Straßen- und Tiefbauamt handeln. Nach derzeitigem Stand werde von März bis Dezember kommenden Jahres auf den beiden Straßen gebaut. Danach wird dort einiges anders sein.

So werden beispielsweise die Fußwege komplett umgestaltet: Überwege werden gebaut, der Belag der Gehwege erneuert. Für Grün sorgen Bäume, die entlang der Straßenzüge gepflanzt werden. Und auch für Autofahrer tut sich was: Statt über Kopfsteinpflaster zu holpern, fahren die Autos auf der Martin-Luther-Straße dann über glatten Asphalt. Bauausschuss und Neustädter Ortsbeirat hatten sich zwar gewünscht, wieder Kopfsteinpflaster auf die Fahrbahn aufzubringen. Doch die Stadt hat sich aus mehreren Gründen für den Asphaltbelag entschieden.

Parkplatz-Wegfall stößt auf Ärger

Zum einen verringere sich so der Lärm, heißt es aus dem Stadtplanungsamt. Außerdem kämen dann auch Radfahrer besser voran. Und sie passe sich so auch besser an den umgestalteten und unter Denkmalschutz stehenden Martin-Luther-Platz an, der allerdings gepflastert ist. Auch die Kosten seien bei dieser Variante geringer – rund 650 000 Euro steckt die Stadt in den Ausbau beider Straßenzüge. Andere Unternehmen, wie die Stadtwerke Drewag und die Stadtentwässerung, müssen ebenfalls investieren. Denn die Leitungen unter den Straßenzügen werden ausgetauscht.

Rasen können die Autofahrer trotz des neuen Belags dann aber nicht. Denn auf der Martin-Luther- und der Pulsnitzer Straße wird weiterhin Tempo 30 gelten. Auch hier wurden die Forderungen der Gremien ignoriert. Diese hatten sich eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Kilometern pro Stunde gewünscht. Auch die Möglichkeit einer andauernden Verkehrsberuhigung rund um den Martin-Luther-Platz sollte geprüft werden.

Doch die Stadt verschmähte nicht alle Anregungen des Neustädter Ortsbeirates. So prüft die Stadt, ob die beiden Einbahnstraßen nördlich des Martin-Luther-Platzes auch für den Gegenverkehr freigegeben werden können. Auch über eine höhere Anzahl an Fahrradstellplätzen denkt das Stadtplanungsamt nach. Dabei sind es die Parkplätze für Kraftfahrzeuge, die bislang für Ärger sorgten.

Noch können auf der Martin-Luther- und der Pulsnitzer Straße insgesamt 102 Pkws abgestellt werden. Doch nach dem Umbau fällt ein großer Teil dieser Parklücken weg. Dann finden auf den beiden Straßenzügen nur noch 57 Autos Platz. Gerade bei den umliegenden Händlern waren diese Pläne auf reichlich Protest gestoßen. Seitdem der Martin-Luther-Platz umgestaltet wurde, gibt es auch dort schon weniger Stellplätze. „Eine Alternativmöglichkeit wäre das Parkhaus an der Bautzner Straße, hier stehen freie Parkplätze zur Verfügung“, rät das Stadtplanungsamt.

Was während der Bauzeit auf die Neustädter Autofahrer zukommt, kann die Stadt noch nicht konkret sagen. „Es wird aber davon ausgegangen, dass mindestens immer auf einer Seite des Martin-Luther-Platzes gebaut wird und diese damit für den öffentlichen Verkehr nicht zugänglich ist“, teilt das Stadtplanungsamt mit.