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Mittwoch, 20.09.2017

Sächsischer Autozulieferer zu mehr Lohn verurteilt

In manchen Betrieben führt der Mindestlohn zu Konflikten: Nun hat das Arbeitsgericht klargestellt, was für Nachtzuschläge und Feiertagsvergütungen gilt. Der Rechtsstreit dauerte mehr als zweieinhalb Jahre. Das Urteil stärkt alle Schichtarbeiter.

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Wer Mindestlohn bekommt, hat Anrecht auf Nacht- und Feiertagszuschläge.
Wer Mindestlohn bekommt, hat Anrecht auf Nacht- und Feiertagszuschläge.

© Symbolfoto: dpa

Dresden. Klarheit zum Mindestlohn nach mehr als zweieinhalb Jahren Rechtsstreit: Eine Montagearbeiterin der Zeibina Kunststoff-Technik in Puschwitz bei Bautzen hat am Mittwoch vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt gewonnen. Sie bekommt nun rund 30 Euro mehr für den Monat Januar 2015. Zugleich stärkte das Gericht aber die Position Tausender Schichtarbeiter bei der Berechnung ihrer Löhne.

In dem Streit über drei Gerichtsinstanzen forderte die Arbeiterin, dass der Mindestlohn nicht nur für ihre übliche Arbeitszeit, sondern auch zur Berechnung von Nachtzuschlägen und Feiertagen gilt. Der Autozulieferer Zeibina dagegen berechnete die 25 Prozent Nachtzuschlag nur auf die sieben Euro Stundenlohn aus einem alten Tarifvertrag. Dagegen klagte die Arbeiterin mit Hilfe ihrer Gewerkschaft IG Metall. Sie gewann vor dem Arbeitsgericht und dem Sächsischen Landesarbeitsgericht, doch der Arbeitgeber ging in Revision.

Die Chefs des Familienbetriebs in der Lausitz waren nach Bekanntgabe des Urteils zunächst nicht zu erreichen. Geschäftsführer Jürgen Zeibig hatte jedoch nach Einführung des Mindestlohns gesagt, dass dem Betrieb dadurch 120 000 Euro Mehrkosten im Jahr 2015 entstünden. Er stehe im internationalen Wettbewerb und unter Preisdruck seiner Kunden, der Autohersteller. Zeibina hat rund 80 Beschäftigte in Puschwitz und jeweils gut 20 in Polen und in der Slowakei. Das Unternehmen nennt unter anderem VW als Kunden, nach früheren Angaben wurden auch BMW-Rückleuchten produziert. (SZ/mz)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 16 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Thomas

    Wieder mal Sachsen, das Niedriglohnland in Deutschland. Mal ganz ehrlich, da wundern sich die Politiker das die AfD so einen zuspruch in Sachsen erfährt. Wir regen uns über die Bezahlung von Menschen in der 3 Welt auf, bei uns ist es auch nicht besser. Hut ab vor der Guten Frau das sie für diesen Lohn noch aufgestanden ist. Ich würde das nicht machen!!! Da bekommt jeder andere der nicht arbeiten geht etwas weniger und macht seine Gesundheit nicht so kaputt. Liebe Mutti wie soll diese Dame noch riestern? Altersarmut ist vorprogrammiert.

  2. Alex

    Lieber Thomas, wenn Sie der Meinung sind in Sachsen sei es "auch nicht besser" als in der dritten Welt empfehle ich Ihnen dringend mal eine Reise in ein solches Land!

  3. Juliane

    Mich würde ein Statement unseres Wirtschaftsministers Herrn Dulig interessieren. Ist er es nicht, der Sachsen als Wirtschaftsstandort anpreist und sich über jedes neue Unternehmen freut? Preist er auch die sächsischen Arbeiter/innen an oder verscherbelt er die wissend in den Niedriglohnsektor? Es wäre seine Aufgabe sich auch dafür einzusetzen, dass die Menschen hier endlich anständig und fair bezahlt werden! Diese Jammerei der Unternehmer, wie arm sie doch durch den (erbärmlichen) Mindestlohn werden, nervt!

  4. Goldener Reiter

    Passt doch zu Sachsen. War noch nie anders. Bestes Beispiel aus der Geschichte: König August II. (Polen), dem heute immer noch gehuldigt wird. Welchen Preis Sachsen Glanz hat ist allgemein bekannt. Danach waren es die Preußen-Herrscher usw... usw... Die Gartenzwerg-Partei wird's auch nicht ändern.

  5. Thomas

    Lieber Alex. Mach ich jedes Jahr. Nicht Hotel oder so. Schlimm wie die Menschen da leben. Wenn es anders bei Ihnen angekommen ist, muss ich mich entschuldigen. Es ist so das wir in unserem Land einen Standard haben von denen ca. 80% der Weltbevölkerung nur träumen können. Es sich noch nicht mal vorstellen können. Doch bevor wir auf andere mit dem Finger zeigen sollen und müssen wir vor unserere eigenen Haustür aufräumen.

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