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Montag, 26.04.2010

Sächsische Jäger werden „Wolfsmanager“

Umweltminister Frank Kupfer will Wölfe ins Jagdgesetz aufnehmen. So sollen die Tiere besser überwacht werden.

Von Klemens Deider

Freital. Sachsen will Wölfe künftig noch besser schützen. Dazu sollen sie in das sächsische Jagdgesetz aufgenommen werden. Das kündigte Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) auf dem Verbandstag der sächsischen Jäger am Sonnabend in Freital an.

Der Minister will die Jäger verpflichten, sich am Schutz der Wölfe zu beteiligen. Die Jäger sollen helfen, den Bestand zu zählen, von Wölfen gerissene Tiere begutachten und regelmäßig über Lebensweise und Verbreitungsgebiet der Wölfe an das Ministerium berichten. Mindestens fünf Jäger pro Landkreis sollen diese Aufgabe übernehmen und sich entsprechend weiterbilden. Sie würden damit zu Verantwortlichen im seit Mai 2009 geltenden „Managementplan Wolf“. Wölfe waren bis vor 15 Jahren in Deutschland ausgerottet und treten jetzt wieder vereinzelt auf. Durch die Aufnahme ins Jagdgesetz würde sich am Abschussverbot nichts ändern. Wölfe stehen in Deutschland unter Naturschutz.

Für Kupfer ist die Gesetzesänderung ein Schritt zu mehr Verständnis: „Wir wollen den Menschen die Angst vor den Wölfen nehmen und damit die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen.“ Einigen sich Jäger und Umweltministerium und stimmt der Landtag dem Gesetz zu, dann könnte es Anfang 2012 in Kraft treten.

Das Umweltministerium hatte im September zwei Gutachter beauftragt, die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz zu prüfen. Demnach befürworten dies die Jagd- und Naturschutzexperten. Ähnlich wie Fischotter oder Luchs stünde der Wolf im Jagdgesetz, dürfte aber nicht geschossen werden. In der Lausitz leben derzeit fünf Rudel mit 35 bis 40 Wölfen. Sie sind Teil der deutsch-westpolnischen Population, die 70 bis 110 Tiere umfasst.