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Sachsenmeister hoch zu Ross

Emily Schröder ist ein Multi-Talent. Das zeigt sie jetzt in einer seltenen Sportart.

05.10.2017
Von Marco Kalwak

ister hoch zu Ross
Noch schaut Emely Schröder hier etwas skeptisch. Doch nach guten Reitleistungen mit ihrem Pferd Alisha reichte es deutlich zum Titel.

© privat

Genau zwei Monate ist es her, als Emily Schröder bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften im Triathlon an den Start ging. Mit einer ordentlichen Leistung kam die Gröditzerin damals auf einen Platz im vorderen Mittelfeld. Heute ist sie überglücklich auf ihren Sachsenmeistertitel im Vierkampf – einer Sportart, die ein wenig dem Modernen Fünfkampf ähnelt (siehe Info-Kasten).

Endlich haben sich die vielen anstrengenden Trainingseinheiten bezahlt gemacht. Seit knapp zwei Jahren reitet Emily nun schon – und das meistens abends nach einem anstrengenden Schulalltag plus täglichem Training beim Sportclub Riesa in der Abteilung Triathlon. Wie so viele jungen Mädchen hat sich Emily in den Pferdesport „verliebt“, und so lag es nahe, die Stärken aus dem Schwimm- und Laufbereich mit dem Dressur- und Springreiten zu kombinieren.

Am vergangenen Wochenenden fanden im Thüringischen Merkendorf die offenen Landesmeisterschaften für Thüringen und Sachsen statt. Samstag ging es zunächst um Punkte auf den Lauf- und Schwimmstrecken. Am Sonntag standen die Dressurprüfung und der Springreitwettbewerb auf dem Programm. Es ist immer gut für das Selbstbewusstsein, wenn man mit seinen starken Disziplinen beginnen kann.

Pünktlich um zehn Uhr fiel der Startschuss gemeinsamen zum 2000-Meter- Crosslauf der Mädchen und Jungen in der AK 14. Emily ging von Beginn an ein sehr hohes Tempo, wohlwissend, dass jede Sekunde Vorsprung ihr auch ein klein wenig „Luft“ für die noch anstehenden Wettbewerbe bringt. Mit einer Zeit von 08:19 Minuten gewann sie den Lauf bei den Mädchen souverän. Auch beim Schwimmen ließ Emily nichts anbrennen und siegte über die 50 Meter Freistil mit einer Zeit von 31,2 Sekunden. Damit sicherte sich sie den 1. Platz in der Zwischenwertung.

Am darauffolgenden Tag startete der Wettbewerb mit den Dressurprüfungen. Natürlich war die Erwartungshaltung nach der Top-Platzierung vom Vortag hoch. Sichtlich nervös ritt Emily auf den Dressurplatz ein, doch mit Beginn der Dressur zeigte sie auf ihrem Pferd Alisha eine hochkonzentrierte fehlerfreie Leistung und wurde dafür mit der hohen Note von 8,0 Punkten belohnt. Damit nahm sie ihren Verfolgerinnen allen Wind aus den Segeln, hier in der Disziplin Boden auf die Führende gutzumachen. Folglich blieb Emily auch nach drei von vier Disziplinen vorn.

Jetzt noch ein fehlerfreier Ritt – und Platz 1 wäre sicher. Doch bereits am zweiten Sprung riss sie eine Stange und kassierte dafür Strafpunkte. Sichtlich angespannt, meisterte sie aber die restlichen Sprünge mit Bravour. Die nächsten Minuten wurden zur Geduldsprobe, denn mit einem Null-Fehler-Ritt hätte ihre Verfolgerin noch an ihr vorbeiziehen können. Doch auch bei ihr lagen die Nerven blank, und auf Grund eines Fehlers am selben Hindernis sicherte sich Emily am Ende Platz 1 bei den offenen Thüringischen und Sächsischen Meisterschaften im Vierkampf. Große Anerkennung gab es auch vom sächsischen Landestrainer, der ihr zu der tollen Leistung gratulierte und sie mit dem sächsischen Team zu den offenen Meisterschaften nach Berlin in gut einer Woche eingeladen hat. Bleibt zu hoffen, dass auch da Emily an ihre sehr gute Leistung anknüpfen kann und mit einer Top Platzierung sich sogar für den Bundeswettbewerb qualifizieren kann.

Der Gewinn des Sachsenmeistertitels ist auch ein Dankeschön an ihre Trainer Juliane Gittel und Falk Trummer vom Reiterhof Roda. Denn ihr Pferd und ihr Training waren der Grundstein für diesen Erfolg.