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Donnerstag, 02.11.2017

Sachsen hat erstmals weniger als 130 000 Arbeitslose

Der Herbst sorgt für neue Bestwerte. Im Oktober sind in Sachsen so wenige Menschen ohne Arbeit wie nie zuvor. Für die Besetzung der offenen Stellen setzt die Arbeitsagentur auf Qualifizierung.

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© Symbolfoto: dpa

Chemnitz. Der bundesweit positive Trend wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt in Sachsen aus. Im Freistaat sind erstmals seit der Wende weniger als 130 000 Menschen ohne Arbeit. Das geht aus den am Donnerstag von der Regionaldirektion in Chemnitz veröffentlichten Zahlen der Arbeitsagentur hervor. Danach waren im Oktober 128 500 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dies seien 2 000 weniger als im Vormonat, teilte die Regionaldirektion mit. Zugleich ist es der niedrigste Wert seit Einführung der Statistik 1991. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,1 Prozentpunkt auf 6,1 Prozent.

Gegenüber Oktober 2016 verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um mehr als 15 100. Die Arbeitslosenquote ging um 0,7 Prozentpunkte zurück. Als Grund für die weiterhin positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nannte die Agentur die anhaltende Herbstbelebung. Üblicherweise sei in dieser Jahreszeit viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, sagte Regionalleiter Klaus-Peter Hansen.

Die Unternehmen hätten eine hohe Einstellungsbereitschaft. „Denn die Konjunktur ist stabil, die Wirtschaft - im Export und in der Binnennachfrage - brummt und gleichzeitig wirken die demografischen Effekte“, sagte Hansen. Der Bedarf an Arbeitskräften sei daher unvermindert hoch. Sachsenweit sind mehr als 39 000 freie Stellen und damit gut 650 mehr als im Vormonat zu besetzen.

Nach Angaben der Arbeitsagentur sei es problematisch, dass es nicht ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte für die offenen Stellen gebe. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt auch künftig weiter unsere Ausrichtung auf die Qualifizierung von Menschen mitgestalten und unterstützen“, sagte der Leiter sächsischen Arbeitsagentur. Nur dann werde es gelingen, dass Unternehmen das Potenzial in den Bewerbern besser erkennen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Alex

    Handelt es sich bei den vermittelten Arbeitnehmern um Kurzzeit- bzw. Leiharbeiter? Somit würden diese spätestens im neuen Jahr wieder auf die Sozialleistungen angewiesen sein. Und sicher zählt unsere liebe Agentur in diese Statistik auch die Arbeitslosen rein, die in irgendwelche Maßnahmen gesteckt wurden um nicht gänzlich von Harz 4 oder ALG 1 abhängig zu sein. Das ähnelt bald der Aussage von Frau Merkel, dass jeder Deutsche im Durchschnitt 3000 EUR verdient. Wo sie diese Zahl her nimmt ist völlig unklar. Man sollte eben keine Statistik glauben die man nicht selbst gefälscht hat. Es ist beinahe traurig, dass man jetzt eine geringere Arbeitslosenzahl feiert, obwohl man weiß, dass dies nur durch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft zustande gekommen ist. Und Fachkräfte gibt es weiß Gott nicht zu wenig. Die Unternehmen sollten aber attraktiver zahlen. Es wird sich sehr gerne auf dem Mindestlohn ausgeruht und dieser wird auch Facharbeitern angeboten - zu Unrecht.

  2. Wolfgang Barthel

    Seltsam nur, dass ZDF-online auf wesentlich andere Zahlen kommt. Im Beitrag von Stefan Schlösser vom 2. 11. 17 werden die Trickserein der BDA benannt. Sogar das Wort "Volksverdummung" fällt. Eigentlich könnten die genauen Zahlen genannt werden - die Bundestagswahl ist doch, wenn auch für die CDU mit nicht so gutem Ergebnis, gelaufen.

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