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Sonntag, 23.12.2012

Sachsen führen Aufgebot für Eiskunstlauf-EM an

Am Ende der Meisterschaften brachten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy ein wenig Weltmeisterglanz nach Hamburg. Im Schaulaufen deuteten sie ihr Können an. Bis zur EM müssen sie gesund werden. Respekt verdienen ihre jungen Nachfolger, die international noch nicht starten dürfen.

Von Britta Körber

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Aljona Savchenko und Robin Szolkowy präsentieren sich beim Schaulaufen. Foto: dpa
Aljona Savchenko und Robin Szolkowy präsentieren sich beim Schaulaufen. Foto: dpa
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Hamburg. Nach acht Stunden Autofahrt mit Blitzeis von Chemnitz nach Hamburg war Aljona Savchenko äußerst blass um die Nase. «Die Nasennebenhöhlenvereiterung ist wieder aufgebrochen, aber ich versuche dieses Mal ohne Antibiotika auszukommen», erzählte die viermalige Weltmeisterin. Sie wollte ohnehin mit Partner Robin Szolkowy auf die deutschen Meisterschaften vor Weihnachten in der Hansestadt verzichten. «Vielleicht braucht der Körper Erholungsphasen», meinte die gebürtige Ukrainerin - die ewig treibende Kraft in der erfolgreichen Verbindung.

Die Sachsen wollen im Januar zum fünften Mal Europameister werden und im März ein fünftes Mal Weltmeister - dem ordnet das zielstrebige Duo alles unter. «Zwei Tage Pause machen wir zu Weihnachten, und Shows laufen wir gar keine mehr bis zur EM», erzählte die 28-Jährige. Alles ist ausgerichtet auf die olympische Saison, an deren Ende in Sotschi im Februar 2014 die Goldmedaille um ihren Hals hängen soll.

Sie seien schon ziemlich gut in Form gewesen vor der Erkrankung, in der deren Folge die Grand-Prix-Serie abrupt für sie zu Ende war und ihnen ein Preisgeld von etwa 80.000 Dollar entging. Erstmals haben sie einen Hauptsponsor und müssen sich keine Sorgen machen.

Existenzielle Sorgen macht sich Trainer Ingo Steuer, der bis Olympia nur sein Paradepaar betreut, danach aber vor dem Nichts steht. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig schrieb unlängst einen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck, um noch einmal in der leidigen Stasi-Sache ein gutes Wort einzulegen.

«Es gab eine Antwort aus dem Ministerium, die alles abgeblockt hat», erzählte der Weltklasse-Coach. Eine Klärung, ob Steuer nun ein Leben lang für seine Jugendsünden bezahlen muss und niemals mit öffentlichen Geldern bezahlt werden darf, würde dem deutschen Sport gut zu Gesicht stehen. «Für die Sportler ist das Ganze furchtbar», sagte Steuer, dem einige Angebote aus dem Ausland vorliegen.

Großen Respekt drückten die Vorreiter im Paarlauf, die während des Schaulaufens das Publikum begeisterten, für ihre nationalen Nachfolger aus. Die erst 13 Jahre alte Annabelle Prölß wirkte mit Ruben Blommaert mutig und erfrischend, darf aber international erst nach Olympia starten. «Die beiden gefallen mir, sie passen sogar gut zu Aljona und Robin», sagte Steuer anerkennend, «da wird gute Arbeit in Oberstdorf gemacht.»

Noch viel Arbeit hat der Berliner Peter Liebers, der sich ebenso wie Sarah Hecken aus Mannheim Titel Nummer vier sicherte. Nach sechs Wettkämpfen wirkte der 24-Jährige geschlaucht. «Das war alles etwas viel, er braucht eine kleine Pause», sagte Trainerin Viola Striegler. Doch in einem Monat fängt die EM in Zagreb an, und Liebers muss dort den vierfachen Toeloop springen, um nach vorn zu kommen.

Ein ganz heißes Duell werden sich in den nächsten Wochen im Training in Mannheim die 19 Jahre alte Hecken und die nationale Dritte Nathalie Weinzierl liefern. Die ein Jahr jüngere Abiturientin darf nach besseren Vorergebnissen zur EM, muss Hecken aber den Vortritt bei der WM lassen, wenn sie nicht unter die ersten Zehn kommt. «Das wird beide antreiben», sagte der gemeinsame Trainer Peter Sczypa, «die bessere soll dann fahren. Hochleistungssport ist ja keine Demokratie.» (dpa)

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