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Dienstag, 10.10.2017

Rund und gesund

Beim 13. Apfelfest wird klar: Das Kernobst steckt voller Überraschungen.

Von Philipp Demankowski

Mit Äpfeln kann man viele verrückte Sachen machen.Foto: Marko Förster / PR
Mit Äpfeln kann man viele verrückte Sachen machen.Foto: Marko Förster / PR

Die 13 muss nicht zwangsläufig eine Unglückszahl sein. Erst recht nicht für die Organisatoren des 13. Apfelfestes im Nationalparkzentrum Bad Schandau. „Die Motivation für die Veranstaltung rührt größtenteils aus unserer Begeisterung für die authentischen Apfelsorten“, sagt Armin Zenker, einer der Veranstalter. Vor allem Kinder sind die anvisierte Zielgruppe für die Aufklärungsarbeit rund um das beliebte Kernobst. Doch auch Erwachsene wissen nicht, dass die Frucht nicht nur geschmacklich, sondern auch ästhetisch viel zu bieten hat. Die Organisatoren von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt wollen die Besucher dabei für Streuobstwiesen und die Verwendung alter Apfelsorten interessieren. Laut Armin Zenker, gibt es in Deutschland nahezu 2 000 alte Apfelsorten, wobei viele inzwischen vom Aussterben bedroht und deshalb sehr selten sind. In der Region sind vor allem diejenigen Sorten heimisch, die sich unter den vorherrschenden klimatischen Bedingungen bewährt haben und deshalb vermehrt angebaut wurden, so etwa Sorten mit klangvollen Namen wie Schöner von Herrnhut, Rheinischer Bohnapfel oder Prinz Albrecht von Preußen. „Mich selbst hat die Streuobstwiese meines Urgroßvaters, die er vor rund 80 Jahren anlegte und die ich nun weiterpflegen darf, ein Leben lang begleitet“, erklärt Armin Zenker.

Der Apfel,das Kunstwerk

Um möglichst viele Besucher anzulocken, ist das Apfelfest vollkommen unkommerziell. Der Eintritt ist frei und auch die Mitwirkung an den sogenannten Kreativstationen ist kostenlos. Dabei werden Äpfel geschreddert und gepresst, sodass leckerer Saft entsteht, der in mitgebrachten Gefäßen auch mitgenommen werden kann. Bratäpfel wollen gefüllt und Apfelnaschereien im Lehmbackofen gebacken werden. Die Besucher können die große Vielfalt bei einer kleinen Apfelsortenschau kennenlernen. Zudem dienen die Äpfel auch als Mittel zur Kunstproduktion. Kleine Apfelmännlein werden gebastelt und bei der sogenannten Apfelpoesie wird deutlich, dass Äpfel in zahllosen Liedern, Gedichten, Sprichworten oder Redensarten eine tragende Rolle spielen. Natürlich können die Besucher reichlich Tipps für ein besseres Leben mit den runden Gesundmachern mit nach Hause nehmen. Eine essenzielle, aber nicht unbedingt verbreitete kleine Weisheit gibt es von Armin Zenker schon im Vorfeld: „Damit ein Apfel alter Sorte seine optimale gesundheitliche Wirkung entfalten kann, verspeise man ihn un-bedingt mit Schale und gesamtem Kerngehäuse. Übrig bleiben lediglich der verholzte Stiel und die Blüte.“ Gelernt wird aber auch, dass Apfel nicht gleich Apfel ist. Die gezüchteten Sorten aus dem Intensivobstanbau sind durch den Einsatz von Insektiziden und Herbiziden problematisch. Der authentische Geschmack und die
Inhaltsstoffe bleiben dabei oft größtenteils auf der Strecke.

Service

Was: 13. Apfelfest

Wann: 15. Oktober, ab 10 Uhr

Wo: Nationalparkzentrum Bad Schandau

Tickets: Eintritt frei

Hotline: 035022 50252

Internet: www.lanu.de