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Montag, 02.10.2017

Roßwein ehrt die Macher

Mit einem Empfang würdigt der Bürgermeister das Ehrenamt. Hunderte Männer und Frauen bringen sich ohne Honorar ein.

Von Helene Krause

Bürgermeister Veit Lindner (links) mit den Ausgezeichneten beim Ehrenamtsempfang im Roßweiner Ratssaal. Einen Sonderpreis gab es für das Team aus Niederstriegis (in Gelb), das bei der MDR-Sendung „Mach dich ran“-Spezial den Hauptgewinn erspielte für die Sanierung der Kirche.
Bürgermeister Veit Lindner (links) mit den Ausgezeichneten beim Ehrenamtsempfang im Roßweiner Ratssaal. Einen Sonderpreis gab es für das Team aus Niederstriegis (in Gelb), das bei der MDR-Sendung „Mach dich ran“-Spezial den Hauptgewinn erspielte für die Sanierung der Kirche.

© André Braun

Roßwein. Ohne sie geht es nicht: weder in der Feuerwehr noch im Sportverein, nicht im Chor oder dem Heimatverein. 130 Bürger waren eingeladen zum Ehrenamtsempfang, der erstmals mit Kabarett begann. Peter Treuner und Ekky Meister von den Academixern aus Leipzig brachten die Gäste zum Lachen, bevor einige von ihnen mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Roßwein ausgezeichnet wurden. Vergeben wurde dieser in vier Kategorien.

Die guten Seelen fürs Grün

Wenn es um die Grünflächenpflege geht, dann weiß keiner besser, wovon er spricht, wie Ingolf Kirschstein. Der Stadtgärtner vom Roßweiner Bauhof lobte das Engagement von Viola und Konrad Lenk, die den Ehrenamtspreis in der Kategorie „Gute Seele“ in Empfang nahmen. Das Rentnerehepaar pflegt unaufgefordert und freiwillig seit Jahren die Grünanlagen der Stadt, so der Laudator. Konrad Lenk war vor seinem Renteneintritt Friedhofsgärtner. „Man wird nicht als Gärtner geboren“, sagte Ingolf Kirschstein. „Gärtner wird man mit dem Alter.“ Weil Lenk das Gärtnern nicht lassen kann, widmet er sich seit seiner Pensionierung zusammen mit seiner Frau den öffentlichen Grünanlagen.

Tenor und Straßenbürgermeister

Regina Schüller, Vorsitzende des Roßweiner Chores „Frisch auf“, oblag die Würdigung ihres „Kollegen“ Lothar Grandke, der den Preis in der Kategorie „Brauchtum“ erhielt. Grandke verstärkte seit dem 2. Januar 1978 mit seiner Tenorstimme den Männerchor der Terra-Schuhfabrik. Seitdem bestimmte er mit viel Freude und Engagement das Vereinsleben mit. Auch Herausforderungen meisterte er. 1979 war er gemeinsam mit einigen Chormitgliedern bei der Aufführung des „Troubadour“ im Stadttheater Döbeln mit dabei.

Auch nach dem 1990 erfolgten Zusammenschluss des Männer- und Frauen- sowie des gemischten Chores der Terra-Schuhfabrik zur Chorgemeinschaft „Frisch auf“ war Lothar Grandke weiter mit dabei. 2005 wurde er Vereinsvorsitzender. Fast zwölf Jahre meisterte er als Vorsitzender mit viel Engagement und Verantwortungsbewusstsein auch schwierige Situationen. So berichtete Regina Schüller: „Als im Jahr 2009 der damalige Chorleiter aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, konnte Grandke einen neuen Chorleiter gewinnen.

Vier Jahre später musste erneut ein neuer Chorleiter gefunden werden. Auch das gelang ihm. Und er gewann die jetzige Chorleiterin Tina Bartel für den Chor.“ Um die Zeltermedaille zu erhalten, die vom Kultusministerium Sachsen verliehen wird, musste der Chor nachweisen, dass er mindestens 100 Jahre ohne Unterbrechung aktiv war. Mit drei weiteren Chormitgliedern sammelte Grandke Material und arbeitete die Chorgeschichte auf. Auch nachdem er den Vereinsvorsitz aufgab, blieb er einer der aktivsten Sänger. Doch nicht nur im Chor ist Lothar Grandke aktiv. Er war bei den Schul- und Heimatfesten Straßenbürgermeister vom Brückenplatz.

Ein Leben für den Handball

Der Präsident des Roßweiner Sportvereins (RSV) Wilfried Adolph hielt die Laudatio auf seinen Vereinskollegen Jürgen Krondorf, der in der Kategorie „Meine Stadt“ den Ehrenpreis entgegennahm. Krondorf präge als ehrenamtlicher Sportfunktionär das Sportgeschehen in Roßwein mit. Mit Herzblut trug er dazu bei, dass der Handballsport eine große Rolle im Rahmen des Sportgeschehens der Stadt und darüber hinaus spielte. „Im Rahmen dessen zeigte er immer sehr große Einsatzbereitschaft. So war er ein Stützpfeiler, als bedingt durch den Ausfall der Stadtsporthalle einige Jahre alle Spiele auswärts stattfinden mussten“, sagte Adolph. Mit zusätzlichem Aufwand gelang es ihm, die Abteilung Handball aufrechtzuerhalten.

Mit der Eröffnung der neuen Stadtsporthalle setzte er sein Engagement fort. Mitglied der BSG Motor Roßwein und später des Roßweiner Sportvereins ist Krondorf seit 1958. Er war Kreisligasieger und bis 1989 aktiv. In diesem Zusammenhang trainierte er jahrelang nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen und den Handballnachwuchs und ist heute auch als Schiedsrichter tätig. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Jürgen Krondorf ist Vorsitzender der Kreisrechtskommission der Kreisspielleitung Handball im Spielkreis Döbeln beziehungsweise Nordsachsen.

Preis für „runderneuertes“ Team

Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) würdigte die Preisträger in der Kategorie „Sportliche Erfolge“, die 1. Fußballmannschaft des RSV Roßwein. Obwohl die Roßweiner Fußballer in früheren Jahren Siege errangen, kam irgendwann der Absturz. „Die Mannschaft brauchte eine Runderneuerung“, sagte Lindner. Seit 2016 hat die 1. Männermannschaft mit Gerd Hentzschel und Co-Trainer Helge Möws ein neues Trainergespann. In der zurückliegenden Spielsaison gewann die 1. Männermannschaft den Kreispokal Muldental. Im Finale standen der FC Grimma II und die 1. Mannschaft des Roßweiner Sportvereins. 15 Jahre nach dem Pokalerfolg konnten die Roßweiner den Pokal wieder in ihre Heimatstadt holen. Trainer Gerd Hentzschel und Co-Trainer Helge Möws nahmen die Auszeichnung für ihre Mannschaft entgegen.