Innere Altstadt
Samstag, 08.12.2012
Rollstuhlfahrer bekommt Entschädigung
Im Restaurant Tex-Mex Santa Fe soll ein 14-Jähriger im Rollstuhl abgewiesen worden sein. Dort kann sich das niemand erklären.
Geschäftsführerin Kerstin Neumann zeigt schon mal die Špeisekarten und lädt den 14-Jährigen ein. Foto: André Wirsig
Kerstin Neumann ist noch immer fassungslos. „Ich kann mir das einfach nicht vorstellen“, sagt die Geschäftsführerin des Restaurants Tex-Mex Santa Fe in der Gewandhausstraße 3.
Im Oktober wollte Familie Stübner mit ihrem 14-jährigen Sohn Paul, der im Rollstuhl sitzt, in der Gaststätte essen gehen. Trotz freier Plätze sei sie von einer Kellnerin abgewiesen worden, erzählt Vater Ralph Stübner (die SZ berichtete). Auch soll die Kellnerin gesagt haben, dass der Rollstuhl andere Gäste einschränken würde. Kerstin Neumann vermutet, dass hier ein Missverständnis vorlag. Freitag- und Samstagabend sei das Restaurant regelmäßig ausgebucht. „Ich nehme an, dass an der Tür nach einem freien Tisch gefragt wurde, und die Familie gar nicht komplett drinnen war“, so Neumann. Zwar seien inzwischen alle acht Mitarbeiterinnen befragt worden, jedoch konnte sich niemand daran erinnern, einen Rollstuhlfahrer als Gast abgewiesen zu haben. Zudem würden ins Tex-Mex viele Besucher mit eingeschränkter Mobilität kommen, erzählt die Geschäftsführerin. Sie und ihre Mitarbeiterinnen seien stets darauf bedacht, schon beim Eingang an der Stufe zu helfen – egal ob jemand mit Rollstuhl oder Kinderwagen kommt. Direkt neben dem Restaurant befindet sich auch die Behindertentoilette.
Jetzt möchte Kerstin Neumann den Vorfall aus der Welt schaffen und lädt Paul zum Essen ein. „Er darf sich von der Karte aussuchen, was er mag“, sagt sie. Ralph Stübner freut sich über die nette Geste. „Es ist auch in unserem Sinne, dass die Situation endlich geklärt und besprochen wird.“ Er wird sich in den nächsten Tagen bei Frau Neumann melden – und für seine Familie einen Tisch reservieren.