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Mittwoch, 03.01.2018

Rollentausch bei FG Moden

Frank Graap hat sein Geschäft in Zittau zum Jahresende an Dorit Kahler übergeben. Die einstige Angestellte ist nun seine Chefin.

Von Mario Heinke

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Frank Graap und Mitarbeiterin Dorit Kahler im Modegeschäft „FG Moden“ in der Frauenstraße. Die beiden haben zum Jahresende ihre Funktionen gewechselt: Sie ist nun die Chefin, er der Angestellte.
Frank Graap und Mitarbeiterin Dorit Kahler im Modegeschäft „FG Moden“ in der Frauenstraße. Die beiden haben zum Jahresende ihre Funktionen gewechselt: Sie ist nun die Chefin, er der Angestellte.

© Matthias Weber

  • Frank Graap und Mitarbeiterin Dorit Kahler im Modegeschäft „FG Moden“ in der Frauenstraße. Die beiden haben zum Jahresende ihre Funktionen gewechselt: Sie ist nun die Chefin, er der Angestellte.
    Frank Graap und Mitarbeiterin Dorit Kahler im Modegeschäft „FG Moden“ in der Frauenstraße. Die beiden haben zum Jahresende ihre Funktionen gewechselt: Sie ist nun die Chefin, er der Angestellte.
  • Modegeschäft schließt: Das Modegeschäft „Kumm oack rei“ an der Ecke Bautzner-/Lindenstraße hat zum Jahresende geschlossen. Bis dahin lief noch der Ausverkauf. Juliane Fleischmann hatte den Laden erst im September 2015 eröffnet.
    Modegeschäft schließt: Das Modegeschäft „Kumm oack rei“ an der Ecke Bautzner-/Lindenstraße hat zum Jahresende geschlossen. Bis dahin lief noch der Ausverkauf. Juliane Fleischmann hatte den Laden erst im September 2015 eröffnet.
  • Grill-Express eröffnet: Ayhan Ünal hat seinen „Grill-Express“ in der Lindenstraße 1 eröffnet. Neben Grillhähnchen, Grill- und Currywurst, Pommes frites, Kartoffelsalat, Getränken gibt es auch Kuchen und „Berliner“.
    Grill-Express eröffnet: Ayhan Ünal hat seinen „Grill-Express“ in der Lindenstraße 1 eröffnet. Neben Grillhähnchen, Grill- und Currywurst, Pommes frites, Kartoffelsalat, Getränken gibt es auch Kuchen und „Berliner“.

Frank Graap ist begeistert, dass seine Mitarbeiterin Dorit Kahler sein Modegeschäft „FG Moden“ in der Frauenstraße am Jahresende übernommen hat. „Das ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt der 65-Jährige und ergänzt: „So war die Arbeit in den vergangenen 27 Jahren nicht umsonst.“ Als Eigentümer des Hauses bleibt ihm zudem der wichtigste Mieter erhalten. Dorit Kahler arbeitet seit fünf Jahren bei Graap, bewarb sich nach der Auflösung der Schlecker-Filiale am Löbauer Platz. Zuvor hatte sie dort schon als Filialleiterin bei „Kaiser´s Drugstore“ gearbeitet. Die Arbeit im Damen- und Herrenmodegeschäft habe ihr von Anfang an Spaß gemacht, sagt sie. Frank Graap nutzte den weiblichen Blick und das modische Gespür seiner Mitarbeiterin in den vergangenen Jahren auch beim Einkauf. So begleitete die Verkäuferin den Chef regelmäßig zur Order und zu Messen.

„Ich habe mich immer mit dem Laden identifiziert“, sagt die Neu-Unternehmerin, die mit ihrer Familie in Oybin lebt. Die Selbstständigkeit sei für sie kein Problem, weil die Bedingungen optimal sind. „Ein idealer Start“, sagt Dorit Kahler mit einem Lächeln. Ein Personalproblem wird es wegen des Wechsels nicht geben, weil die neue Inhaberin ihren alten Chef als Mitarbeiter einstellen wird. Frank Graap will den Übergang in den Ruhestand mit einer 20-Stunden-Woche verträglich gestalten, um im heimischen Mittelherwigsdorf nicht gleich in ein Loch der Untätigkeit zu fallen.

Im Dezember 1990 eröffnete der geborene Zittauer im Eckladen in der Frauenstraße 1 die „Fundgrube Pkw & Truck“. Er verkaufte dort neben Autozubehör, Radkappen, Eiskratzern auch Western-Klamotten. So gesehen war der spätere Schritt zum reinen Modegeschäft für Damen und Herren nicht der ganz große Bruch. Im Jahr 1995, Zittau war inzwischen mit Autozubehör eingedeckt, kaufte er das Haus in der Frauenstraße 9 und zog im Erdgeschoss mit dem Geschäft ein. Graap erfand sich neu und machte ab sofort nur noch in Mode. Für den Sohn einer Schneiderin gar nicht so abwegig. Es funktioniert jedenfalls bis heute. „Manche Damen möchten ausschließlich vom Chef bedient werden“, erzählt seine Mitarbeiterin und lächelt. Das Erfolgsgeheimnis des kleinen Geschäftes ist wohl auch die konsequente Konzentration auf Produkte von vier starken Modemarken, neudeutsch Labels, die es im näheren Umkreis nicht gibt. Dorit Kahler will das Geschäft deshalb ohne Veränderungen weiterführen. „Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, und auch der Firmenname bleibt so, wie er ist“, sagt sie.

In einem Fotoalbum fasste Frank Graap die Erinnerungen an die vergangenen 27 Jahre zusammen. „Vieles, was wir gemacht haben, wäre heute nicht mehr möglich“, sagt er beim Betrachten eines Fotos. Es zeigt die völlig zugeparkte Frauenstraße während eines Festes. Graap war 1994 auch einer der Gründungsväter der Werbegemeinschaft „Zittau lebendige Stadt“ und gehörte dem ersten Vorstand an.

Die Bildergalerie oben zeigt das Neueste aus der Zittauer Geschäftswelt.